Schon sehr genau hinsehen musste man beim 2. Weltcup im Zweierbob der Damen in Innsbruck, um nicht den Eindruck zu gewinnen, man hätte das doch alles schon mal gesehen. Nach Abschluss der zwei Läufe befanden sich fast deckungskonform die gleichen 3 Teams auf dem Siegertreppchen wie in der Vorwoche und auch auf Rang 4 landete erneut Mariama Jamanka, die allerdings dieses Mal die Bobdebütantin Alexandra Burghardt als Anschieberin im Schlitten dabei hatte. Gewonnen wurde der Wettbewerb erneut von Laura Nolte (BSC Winterberg), die dieses Mal von Deborah Levi (SC Potsdam) angeschoben worden war. Auch Kim Kalicki (Tus Eintracht Wiesbaden) wiederholte ihr gutes Ergebnis der Vorwoche, wobei sie ihre Anschieberin wechselte und mit Leonie Fiebig das Rennen bestritt. Dabei verkürzte sie den Rückstand auf die Gewinnerin auf 6/100 Sekunden gegenüber dem 1. Weltcup, da sie vor allem ihre Startzeiten verbesserte. Kalicki blickt optimistisch auf das nächste Rennen in Altenberg, da ihr diese Bahn etwas besser liegt als Igls. Zwischen die 3 überragenden deutschen Teams schob sich auch an diesem Wochenende das kanadische Dou Christine De Bruin/Kristin Bujnowski.
Erneut nichts zu bestellen hatte Kalicki hingegen wieder im Monobob-Wettbewerb. Nach Rang 12 vor einer Woche erzielte sie dieses Mal das gleiche Ergebnis, konnte allerdings den Rückstand zur Gewinnerin Elana Meyers-Taylor (USA) etwas verkürzen. Vor allem ihr schwacher Start im zweiten Lauf verdarb eine bessere Platzierung. Noch schlechter erging es jedoch ihrer Teamgefährtin Jamanka, die sich am Ende auf dem 16. Platz wiederfand. Immer besser findet sich hingegen Laura Nolte im Monobob zurecht und raste auf einen hervorragenden 2. Platz.
Sehr zufrieden war auch die in Wiesbaden trainierende Australierin Breeana Walker, die dieses Mal ihr Potenzial abrufen konnte und den dritten Platz auf dem Treppchen erkämpfte.
Äußerst schlechte Erinnerungen an die Wettkampfwoche in Innsbruck nimmt dagegen Christian Hammers mit in die Wiesbadener Heimat. Nachdem im Zweierwettbewerb am ersten Wochenende der Ausrutscher seines Piloten Christoph Hafer eine bessere Platzierung verdarb war es im ersten Lauf des Viererrennens Hammers selbst, der den Einstieg verpasste und den Schlitten loslassen musste, um eine Verletzung durch den Zusammenprall mit der Bande zu vermeiden (Foto). Damit fiel sein Team aus der Wertung und der Frust war natürlich groß. Sieger wurde die Mannschaft von Ausnahmeathlet Francesco Friedrich.
Der hessische Landestrainer Tim Restle hat nun einige Schwachpunkte auf dem Schirm, bei denen es gibt, konzentriert nachzubessern, während HBSV Präsidentin Erica Fischbach die Rennwoche in Österreich mit viel Licht aber einigem Schatten bilanziert.

Foto: Viesturs/Lacis

 

Einen Saisoneinstieg nach Maß schaffte Vanessa Mark vom hessischen Rhein-Main-Stützpunkt in Wiesbaden bei ihrem ersten Start in der diesjährigen Europa-Cup-Saison. Nach dem Auskurieren einer leichten Verletzung ging sie im sächsischen Altenberg mit Pilotin Lisa Buckwitz an den Start. Nachdem die Brandenburgerin schon das Mono-Bobrennen auf der gleichen Bahn gewonnen hatte gingen die beiden mit großen Vorsätzen in den Wettbewerb. Auch im Zweier mit Mark bewies Buckwitz, dass ihr die Bahn wohl sehr gut liegt und fuhr in beiden Abfahrten mit jeweils deutlichem Vorsprung Bestzeit. Der Grundstein für diesen großartigen Erfolg wurde bereits beim Start gelegt, bei dem beide mit exakt gleichen Zeiten schon einen beruhigenden Abstand zu den Konkurrentinnen schufen. Mit diesem Ergebnis knüpft Mark an die guten Leistungen an, die sie vor ihrer kurzen Pause bewiesen hatte. Mit dem überraschenden zweiten Platz von Anne Spreeuwers/Theresa Leitz konnte sich der deutsche Verband über einen schönen Doppelsieg freuen.
Fast genauso gut verlief das Wochenende in Altenberg für den Youngster Joshua Tasche, der im Viererbob von Jonas Jannusch unterwegs war. Mit seinen Teamkollegen Benedict Hertel und Marcel Kornhardt belegen er nach dem ersten Lauf den zweiten Rang, den sie im zweiten Lauf verteidigten und zeitgleich mit einem russischen Team gewertet wurden.
Auch Costa Laurenz (ebenfalls Tus Eintracht Wiesbaden), der mit Hannes Schenk und Max Pietza im Schlitten von Pilot Maximilian Illmann startete, konnte mit dem 7. Rang zufrieden sein, obwohl nach der ersten Abfahrt eine bessere Platzierung in Reichweite lag. Gewonnen wurde das Rennen vom Team Richard Oelsner, der damit seine Ambitionen auf einen Weltcup-Start untermauerte. Sowohl HBSV Präsidentin Erica Fischbach als auch Landestrainer Tim Restle waren mit dem Abschneiden der drei Hessen recht zufrieden und hoffen, dass noch weitere Spitzenplätze im Europa-Cup eingefahren werden.

 

 

 

Mit einem Einstieg nach Maß verlief der erste Weltcup der diesjährigen Saison im Eiskanal von Igls im österreichischen Tirol. Vor allem im Zweierbob erfüllte die Wiesbadenerin mit Anabel Galander als Anschieberin ihre eigenen Erwartungen und war mit beiden Fahrten zufrieden, merkte aber kritisch an, dass sie bei den Startzeiten gegenüber den Amerikanerinnen noch Nachholbedarf hat. Nachdem die beiden nach dem ersten Lauf auf Rang vier landeten legten sie im zweiten Lauf noch eine Schippe drauf und fingen die Teams Christine de Bruin/Kristen Bujnowski (Kanada) und die amtierende Weltmeisterin Kaillie Humphries mit Sylvia Hoffmann (USA) noch ab. Nicht zu schlagen waren an diesem Tag Laura Nolte/Leonie Fiebig, sodass sich Bundestrainer Rene Spieß über einen deutschen Doppelsieg freuen konnte, den er angesichts der Leistungsdichte an der Weltspitze als „super“ einstufte. Komplettiert wurde das hervorragende Mannschaftsergebnis durch den 4. Platz von Mariama Jamanka/Kira Lipperheide, die zeitgleich mit den US-Amerikanerinnen gewertet wurden.
Hingegen noch immer nicht richtig anfreunden kann sich Kalicki mit dem Mono-Bob (Bild). Mit über einer Sekunde Rückstand auf die Gewinnerin Elana Meyers-Taylor (USA) belegte sie einen ernüchternden 12 Platz direkt hinter Mariama Jamanka, die auch nicht so optimal mit der Bahn in Igls zurechtkam. Die Wiesbadenerin weiß allerdings, an welchen Kanten gefeilt werden muss und dass sie vor allem bei der Starttechnik größere Mängel hat. Beste Deutsche war Laura Nolte, die einen zufriedenstellenden 3 Platz eroberte.
Die Australierin Breanna Walker, die am Wiesbadener Stützpunkt trainiert, bewies erneut ihre Klasse im Mono-Bob, konnte mit guten Startzeiten glänzen und wurde Sechste in einem Teilnehmerfeld, in dem die ersten 10 ganz dicht beieinander liegen. Im Zweierbob lief es für sie allerdings bei Weitem nicht so gut, da sie mit Sarah Blizzard als Anschieberin auf Platz 22 deutlich abgeschlagen ankam und damit nur zweitbestes australisches Team war.
Ein Tag zum Vergessen war das Rennen im Zweierbob für das Team Christoph Hafer/Christian Hammers. Schon mit ihren Startzeiten gerieten die beiden arg ins Hintertreffen, fanden sich nach dem 1. Lauf auf Rang 17 wieder und schafften es mit der exakt gleichen Laufzeit in der zweiten Abfahrt gerade noch sich um 2 Plätze zu verbessern. Die beiden kommentierten ihr Abschneiden sehr kritisch und werden nun in den nächsten Veranstaltungen beweisen müssen, dass mehr in ihnen steckt. Dominiert wurde das Rennen von den deutschen Teams Francesco Friedrich/Alexander Schüller und Johannes Lochner/Florian Bauer, die vor den überraschend starken Briten Brad Hall/Greg Cackett einen ungefährdeten Doppelsieg herausfuhren.

Foto:  Credit IBSF / Viesturs Lacis 

 

 

“Dass wir nun mit Kim Kalicki und Christian Hammers sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern Weltcupstarter haben ist schon sehr beeindruckend“ beurteilt Landestrainer Tim Restle die Situation vor der Weltcupsaison „aber in der aktuellen Kaderplanung des deutschen Verbandes darüber hinaus so gut vertreten zu sein erfüllt uns schon mit etwas Stolz.“ Da können wir bei der Vorbereitung im Sommer nicht allzu viel falsch gemacht haben fügte er mit einem zufriedenen Lächeln außerdem an.
Bei den Frauen gehört neben Kalicki auch Vanessa Mark, die dem Team von Jamanka angehört, dem Olympiakader an und besitzt gute Chancen in dem einen oder anderen Weltcuprennen zum Einsatz zu kommen.
Bei den Männern hat es auch Malte Schwenzfeier in den Olympiakader geschafft und wird die hessischen Farben neben Hammers vertreten. Bei ihm wird nun darauf ankommen, sich durch gute Trainingsleistungen für eines der drei deutschen Teams zu empfehlen. Darüber hinaus zählt Issam Ammour zum Perspektivkader und beim Ergänzungskader findet sich der Name von Costa Laurenz wieder, die beide damit gute Chancen haben zumindest im Europa-Cup eingesetzt zu werden.
Neben diesen 6 Sportlerinnen und Sportlern sieht HBSV-Präsidentin Erica Fischbach auch im Nachwuchsbereich mit Maureen Zimmer, Joshua Tasche und Adam Ammour drei Talente, die in absehbarer Zeit den Sprung in den Bundeskader schaffen können, wobei allerdings diese Saison noch zu früh kommt.

 

„Dass unsere Aktiven recht gut in Form sind haben wir ja gewusst“ freute sich HBSV Präsidentin Erica Fischbach schmunzelnd, „dass sie sich aber so gut schlagen ist nun doch eine ganz tolle Kiste. Bei einem Blick in die Kaderlisten komme ich aus dem Strahlen fast nicht mehr raus.“
Bei den Nominierungsrennen auf der neuen Olympiabahn in Peking, bei denen bei den Damen über die Starts im Weltcup entschieden wurde, musste Kim Kalicki (Tus Eintracht Wiesbaden) nur Mariama Jamanka, der Olympiasiegerin von 2018, den Vortritt lassen. Mit Ann-Christin Strack (BC Stuttgart Solitude) lag sie nach 4 Läufen 0,31 Sekunden zurück und distanzierte damit ihre andere Konkurrentin Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) deutlich. Nach Meinung von Bundestrainer Rene Spieß war die nervenaufreibende Selektion eine reine Kopfsache, bei der sich letztendlich die Erfahrung von Jamanka durchsetzte. Jamanka und Kalicki werden nun mit der gesetzten Laura Nolte (BSC Winterberg) in der kommenden Weltcup-Saison antreten.
Bei den Männern war die Konstellation insofern etwas anders als sowohl Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) als auch Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) bereits gesetzt waren. In Peking bestätigte das Team um Christoph Hafer, dem auch Christian Hammers (Tus Eintracht Wiesbaden) angehört, seine Stärke vom Qualifizierungswettbewerb in Winterberg und ließ die Mannschaft von Richard Oelsner hinter sich. Somit wird Hafer sowohl im Vierer als auch im Zweier die ersten drei Weltcups bestreiten.

 

Was sich schon beim Zentralen Leistungstest vor wenigen Tagen abgezeichnet hatte wurde nun bei den Deutschen Anschubmeisterschaften in Oberhof eindrucksvoll bestätigt. Auf Eis zeigten sowohl Adam Ammour als Pilot als auch Anschieber Joshua Tasche, dass sie weitere Fortschritte gemacht haben und sich auf einem erfolgversprechenden Weg befinden. „Sicherlich wird es irgendwann die einen oder anderen Rückschläge gebe, aber beide haben gezeigt, dass sie genug Talent sowie Einsatzbereitschaft mitbringen und trotz der starken Konkurrenz gute Chancen haben mal in den deutschen Kader aufzusteigen“ kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das Ergebnis, „mit diesem Erfolg bei dieser Meisterschaft, die gleichzeitig als ZLT fungiert, haben sie ihre vorderen Plätze in der Rangliste gefestigt.“
Nach seinem Sieg beim ZLT ließ sich Ammour sowohl bei Zweier als auch im Vierer nicht die Courage abkaufen und siegte in beiden Disziplinen. Damit verbaute er allerdings Tasche im Vierer trotz einer guten Teamleistung den Weg an die Spitze. Der war jedoch mit seinem zweiten Platz sehr zufrieden, da er erst wenige Monate bei den Bobfahrern mittrainiert und seine Leistungen vom ersten ZLT bestätigte. Tasche gehört dem Nachwuchsteam von Jonas Jannusch (BRC Thüringen) an.
Landestrainer Tim Restle freute sich sehr, dass er an seinem Stützpunkt Rhein-Main so potenzielle Leistungsträger betreuen kann und wird seine Schützlinge weiter behutsam aufbauen.

Auf dem Bild von links: Till Greiner, Erik Leypold, Adam Ammour und Hans Arthur Markgraf Foto: Issam Ammour

 

 

„Der Weg zur Olympiade ist zwar noch lang aber mit ihren Siegen in der ersten Qualifikation haben Christoph Hafer und seine Mannen eine wichtige Hürde bravourös genommen“ freute sich HBSV Präsidentin Erica Fischbach nach dem ersten Wettbewerb in Winterberg um den letzten noch freien Starterplatz bei den deutschen Männern. Da die Teams Friedrich und Lochner gesetzt sind rangeln die Mannschaften um Hafer und Richard Oelsner um ihre Normierung für Peking.

Hafer startet zwar für den BC Bad Feilnbach gehört aber zu der Trainingsgruppe des hessischen Landestrainers Tim Restle. Sowohl beim Zweier als auch im Vierer setzte er sich eindrucksvoll in Szene und konnte sich in jeweils vier Läufen gegen seinen Konkurrenten deutlich durchsetzen. Anschieber in dem erfolgreichen Vierer war auch Christian Hammers (TuS Eintracht Wiesbaden), der einen wichtigen Anteil daran hat, dass das Team vier Mal Startbestzeit schieben konnte. Bundestrainer Rene Spieß war von der starken Leistung der Hafner-Crew sehr angetan, denn er sprach davon, dass sie sich damit die Starts in den ersten drei Wettbewerben des diesjährigen Weltcups mehr als verdient haben. Noch wichtiger ist allerdings der Umstand, dass sich Hafer damit bei den jetzt folgenden ersten Trainingsläufen auf der Bahn in Peking wichtige Abfahrten gesichert hat. Denn er erhält 70 % der möglichen Trainingsläufe und kann dadurch enorm wichtige Erfahrungen auf der für alle neuen Bahn sammeln.

Allerdings ist das Team Oelsner noch nicht ganz abzuschreiben. Auch diese Mannschaft fährt mit nach Peking und sichert sich durch einen dreißigprozentigen Anteil an den Trainingsläufen durchaus noch eine Chance. Dies ist besonders für den Wiesbadener Costa Laurenz aus Oelsners Vierermannschaft erfreulich, da er damit beim Kampf um die Olympiatickets noch im Rennen bleibt.

Ebenfalls in Peking dabei sind Pilotin Kim Kalicki und Vanessa Mark. Beide treten gegeneinander an, da Mark als Anschieberin im Team von Olympiasiegerin Mariama Jamanka startet. Dazu gesellt sich noch Stephanie Schneider, sodass es einen Dreikampf um die beiden vakanten Plätze im Damen Bob geht.  „Wir haben immer noch 4 Eisen im Feuer“ kommentiert Restle diese Konstellation, „ich hoffe sehr, dass alle verletzungsfrei bleiben, ihre Bestleistung bei den Trainingsläufen abrufen können und natürlich auch das nötige Glück haben.

Team Hafer Foto: Tim Restle


Ein durchwachsener Start in die Olympiasaison gelang den hessischen Bobsportlern beim Zentralen Leistungstest in Oberhof, der in diesem Jahr als erster Teil der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Peking fungierte. Vor dem sportlichen Test im Einzelanschub war wie im Vorjahr ein negativer Corona-Test vorzuweisen, um überhaupt starten zu können.
Bei dem Wettbewerb sorgten zwei Nachwuchspiloten aus der Trainingsgruppe von Tim Restle für Furore, die allerdings für einen Start in Peking aufgrund der starken deutschen Bob Elite wohl noch nicht in Frage kommen, kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das Ergebnis.


Bei den Pilotinnen lieferten sich Maureen Zimmer (Wiesbaden) und Lisa Buchwitz (SC Potsdam) einen Kopf-an-Kopf-Zweikampf und belegten zeitgleich beim 95 kg Anschubgerät den ersten Platz. Beim 160 kg Monobob war die Potsdamerin allerdings einen Tick schneller. Bundestrainer Rene Spieß beurteilte die Leistung der beiden als hervorragend, da sie ein Zehntel vor den Weltcup-Starterinnen Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) und Laura Nolte (BSC Winterberg) lagen.


Noch besser lief es für Nachwuchspilot Adam Ammour (Wiesbaden), der mit 4,04 Sek. einen neuen Startbahnrekord mit dem 95 kg Anschubgeräte hinzauberte und vor Yuri Hanssen (Winterberg) und Maximilian Illmann (BSC Sachsen Oberbärenburg) gewann.


Die hessischen Olympiakandidaten kehrten eher mit gemischten Gefühlen aus Oberhof zurück. Einerseits gab Issam Ammour knapp geschlagen auf Platz 2 auf der Seitenposition und Platz 4 auf der Bremserposition eine starke Olympiabewerbung ab, muss aber eine schwere Verletzung seines Piloten Hans-Peter Hannighofer verdauen, für den die Saison beendet ist. Seine Chance wahrte Christian Hammers nach Platz 9 auf der Seitenposition für einen Platz im Schlitten von Christoph Hafer. Weniger erfolgreich verlief der Leistungstest für die beiden anderen Olympiaanwärter aus der Wiesbadener Gruppe. Vanessa Mark zeigte nach großen gesundheitlichen Problemen in der Vorbereitung mit Platz 9 eine starke Leistung, wird sich aber im Saisonverlauf steigern müssen. Gleiches gilt für Malte Schwenzfeier der nach einjähriger Verletzungspause sein Comeback feierte aber noch nicht wieder an seine alten Leistungen anknüpfen konnte.


Weiterer erfreulicher Aspekt war andrerseits das Abschneiden von Anschieber Joshua Tasche (Wiesbaden) der im Nachwuchsbereich beim Seitenanschub mit Rang 3 ein sehr gutes Debüt ablieferte.
„Der Leistungstest lief für unsere Olympiakandidaten nicht zufriedenstellend, wir hatten uns eigentlich mehr erhofft. Die gute Nachricht ist aber, dass alle noch im Rennen sind“, bilanzierte Landestrainer Tim Restle die Leistungen seiner Schützlinge. Allerdings stehen die nächsten Herausforderungen vor der Tür, sodass keine Zeit zum Durchschnaufen bleibt.

 

 


Nach Erledigung der Formalien wie Beschlussfähigkeit und Ermittlung der Stimmverhältnisse wurde die Jahreshauptversammlung des HBSV von einem ausgesprochenen positiven Bericht der Präsidentin Erica Fischbach geprägt.

„Wir blicken mit berechtigtem Stolz auf eine Saison zurück, die als die erfolgreichste in der Bobsparte des hessischen Verbandes bezeichnet werden kann und in der unsere Erwartungen mehr als erfüllt worden sind. Wir haben das Kunststück fertiggebracht, die schon hervorragenden Ergebnisse des Vorjahres nochmals zu übertreffen und das Ansehen unseres Verbandes weiter auszubauen “ resümierte sie. Ihr Bericht als Präsidentin umfasste ihre eigenen umfangreichen Aktivitäten, die von zahlreichen Gesprächen mit potenziellen Sponsoren und Geldgebern wie dem Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport, lsb h sowie BSD gekennzeichnet waren. Auf Grund der sportlichen Erfolge sei der HBSV mittlerweile auch für den deutschen Verband ein Partner auf Augenhöhe. Vielversprechend entwickle sich die frisch unterzeichnete Kooperation mit dem Hessischen Leichtathletikverband, mit der noch einiges an Potenzial zu heben sei. Ihren Bericht verband sie mit einem großen Lob und Dank an alle Förderer und Unterstützer.

 

Bobsportler auf Kurs
Ein besonderer Dank galt darüber hinaus Landestrainer Tim Restle, der für die hessischen Sportler und Sportlerinnen in mühsamer Kleinarbeit individuelle Trainingspläne erstellt hatte. Damit wurden athletische Defizite vermieden und der Grundstein für die sehr erfolgreiche Saison gelegt. Dass Restles Engagement hessenweit mit hoher Wertschätzung zur Kenntnis genommen wurde, zeige sich in seiner Wahl zum Hessischen Trainer des Jahres 2020. Eine Ehre, über die sich auch Kim Kalicki freuen konnte, denn sie wurde als Wintersportlerin und deshalb durchaus überraschend zur Sportlerin des Jahres gekürt.

Die Aufzählung der hessischen Erfolge der Saison 2020/21 mit zahlreichen vorderen Plätzen auf nationaler und internationaler Ebene nahm einen breiten Raum ein. Mit einer Ausnahme haben alle hessischen Frauen und Männer den Nationalkaderstatus erreicht und werden daher mit großer Wahrscheinlichkeit auch im kommenden Winter international starten.

Die Trainingsgruppe am Stützpunkt Rhein-Main hat sich um Athleten erweitert, die zwar für bayerische Vereine starten, aber am hervorragenden Athletiktraining von Restle partizipieren wollen. Außerdem fanden weitere Nachwuchstalente aus anderen Sportarten den Weg zu ihm.

Fischbachs Ausblick auf die anstehende Saison richtete sich vor allem auf die Olympischen Spiele in Peking. Hier liegen sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern mehrere Sportler aussichtsreich im Rennen, um eins der begehrten Olympiatickets zu erhalten. „Allerdings ist der Weg dorthin mit einigen hohen Hürden versehen, sodass neben Verletzungsfreiheit auch eine Topform bei den Qualifizierungsrennen äußerst wichtig sind“ meinte die Präsidentin abschließend, „ein bisschen Daumen drücken kann also nichts schaden.“



Nachwuchssuche bei den Rodlern
Nicht ganz so rosig gestaltet sich die Situation bei den Rodlern: Dem Bericht des Rodelsportwartes Stefan Meister war zu entnehmen, dass es auch im abgelaufenen Jahr nicht möglich war, Nachwuchs an die hohen Herausforderungen des deutschen Rodelsports heranzuführen. Ein Hoffnungsschimmer zeichnet sich dadurch ab, dass der langjährige Spitzenrodler Calvin Meister seinen Trainerschein fast in der Tasche hat und somit wieder gezielter junge Athleten gesichtet und aufgebaut werden können. „Allerdings hat der hessische Rodelsport mit Marie Köhler ein Aushängeschild, da sie durchaus in der Lage ist, bei den Frauen im Doppel international vorne mitzumischen“ kommentierte Meister. Dafür fehlt nach seinen Aussagen noch das letzte Quäntchen Trainingspower und ein bisschen Glück bei den Qualifizierungsrennen gehört natürlich ebenso dazu.

 

Optimistische Schlittenhundesportler
Der Bericht von Enrico Krumm für die Schlittenhundesportler fiel recht kurz aus, da Epidemie bedingt keine Veranstaltungen durchgeführt werden konnten. Dennoch blicke man optimistisch in der Hoffnung nach vorn, die traditionellen Rennen im Vogelsberg, Westerwald und Rheinland-Pfalz wieder durchführen zu können. Dies auch angesichts der Tatsache, dass sich trotz aller Widerwärtigkeiten der Mitgliederbestand auf hohem Niveau eingependelt habe.

 

Stabile Finanzlage
Der Kassenbericht des Schatzmeisters Klaus-Dieter Neumann war zufriedenstellend, wies er doch trotz gestiegener Kosten nach wie vor eine tragfähige Finanzlage aus. Dennoch sei auch zukünftig auf sparsame Haushaltsführung und hohe Ausgabendisziplin zu achten. Diese Einschätzung wurde von den Kassenprüfern Jürgen Göttmann und Melanie Lauser geteilt, die dem Schatzmeister eine einwandfreie Kassenführung testierten und daher der Versammlung die Entlastung des Vorstandes vorschlugen. Der entsprechende Antrag von Göttmann wurde einstimmig angenommen.

Der vorgelegte Haushaltsentwurf wurde nach kurzer Aussprache ebenfalls einstimmig genehmigt, da gegenüber dem Vorjahr keine wesentlichen Veränderungen erforderlich waren.

 

Zur 80 ordentlichen Jahreshauptversammlung des hessischen Bob- und Schlittensportverbandes am Donnerstag, dem 5. August 2021 um 18.30 Uhr im Hotel-Restaurant „Michelstädter Hof“, Rudolf-Marburg-Straße 41 in Michelstadt, werden alle Vereine und Vereinsabteilungen des Verbandes herzlich eingeladen.


Nach Begrüßung und Feststellung der Stimmverhältnisse sowie der Beschlussfähigkeit erfolgt der Bericht der Präsidentin Erica Fischbach. Danach wird Schatzmeister Klaus – Dieter Neumann den Kassenbericht mit Rechnungslegung vortragen. Den Berichten der Sportwarte Bob, Rodel und Schlittenhunde sowie des Jugendwartes folgt nach der Aussprache der Bericht der Kassenprüfer. Hierbei ist außerdem die Entlastung des Vorstandes vorgesehen. Anschließend wird der Haushaltsvorschlag 2021/2022 eingebracht und zur Abstimmung gestellt. Bevor dann unter einem weiteren Tagesordnungspunkt Anfragen und Mitteilungen erfolgen, wird der Lehrgang- und Wettkampfterminkalender der kommenden Wintersaisonbekannt bekannt gegeben so weit bis dahin Termine festgelegt sind.


Der Vorstand des HBSV würde sich freuen, wenn an dieser Versammlung viele Vereine, Aktive, Freunde und Gönner des Verbandes teilnehmen würden. Hingewiesen wird auf das Einhalten allgemein bekannten Hygienevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie, worauf jeder Teilnehmer selbst zu achten hat.

 

Hessenweit herum gesprochen haben sich die Erfolge der Bob- und Rodelsportler und – sportlerinnen wie nun bei der Wahl der hessischen „Sportler des Jahres“ bestätigt wurde. Dabei ging der LSBH dieses Mal Corona bedingt neue Wege und arbeitete erstmals mit dem Hessischen Rundfunk zusammen. An einer Online-Befragung über eine Hessenschau Plattform konnten sich alle Sportinteressierte beteiligen und ihr Votum angeben. Parallel dazu wurden traditionsgemäß die Leiter und Leiterinnen der Sportressorts von hessischen Medien um Stimmabgabe gebeten, wobei beide Voten zu gleichen Teilen in das Ergebnis einflossen. Insgesamt standen 18 Vorschläge in den Kategorien Sportlerin, Sportler, Newcomer, Behindertensport, Trainer und Mannschaft zur Auswahl. Vom HBSV waren mit Kim Kalicki, Malte Schwenzfeier und Tim Restle gleich 3 Kandidaten im Rennen. In ihren Bereichen siegten schließlich sowohl Kalicki als auch Restle und erhielten damit die Bestätigung, dass ihre hervorragenden Leistungen auf nationaler und internationaler Ebene gehörig Beachtung und Anerkennung gefunden haben. Überraschenderweise dominierten auch in den Kategorien Mannschaft und männliche Sportler Athleten aus dem Wintersportbereich, obwohl Hessen nun wahrhaftig keine schneereiche Region ist.


Kalicki hat sich mit einem Stimmenanteil von 40,3 % deutlich gegen ihre Mittbewerberinnen von der Leichtathletik und dem Fußball durchgesetzt. Entscheidend für diesen schönen Erfolg waren ihr Juniorenweltmeistertitel sowie die Vize-Weltmeisterschaft bei den Frauen. Außerdem belegte sie zweite und dritte Plätze im Weltcup sowie den 2. Platz bei der letzten Europa-Meisterschaft.

Tim Restle, Landes- und Athletikstützpunkttrainer in Wiesbaden, hat eine hervorragende, bundesweit sehr anerkannte, Aufbauarbeit geleistet und in kürzester Zeit dafür gesorgt, dass mehrere Bobsportler und –sportlerinnen in den deutschen Kader aufgestiegen sind. Derzeit betreut er 8 Kaderathleten des BSD und hat noch weitere Eisen im Feuer, deren Potenzial noch nicht ausgereizt. Außerdem hat sich die Australierin Breena Walker seiner Trainingsgruppe angeschlossen, die die aktuelle Weltcup-Saison mit Rang 2 im Monobob erfolgreich abgeschlossen hat.


Verbunden mit den Wahlsiegen ist ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro für die beiden, das von der Spielbank Wiesbaden zur Verfügung gestellt wird. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 findet wahrscheinlich auch noch eine besondere Ehrungsveranstaltung statt.
HBSV Präsidentin Erica Fischbach freut sich sehr über diese Auszeichnung ihrer Sportlerin und vor allem über die Anerkennung der erfolgreichen Arbeit von Restle.
Fotos: Erica Fischbach


Stützpunktraining zahlt sich aus
Die seit einiger Zeit in Wiesbaden bei Landestrainer Tim Restle mittrainierende Australierin Breeana Walker hat zum Saisonende noch einmal ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze eindrucksvoll bestätigt. Beim letzten Rennen im Monobob auf europäischem Boden im Eiskanal am Königssee fuhr sie erneut auf einen Podestplatz. Hinter den Schweizerinnen Martina Fontanive und Melanie Hasler, die sich zeitgleich Rang 1 teilten, belegte sie den 3. Platz. Auch wenn bei diesem Rennen nicht mehr alle starken Pilotinnen vertreten waren, freute sich Walker und mit ihr ihre Wiesbadener Trainingsgruppe über dieses Ergebnis. Denn dieser Erfolg bedeutet, dass sie hinter der Amerikanerin Nicole Vogt gemeinsam mit der Brasilianerin Marina Silva Tuono zweite im Gesamtweltcup geworden ist. Die drei sind bei diesem Wettbewerb noch nicht aufeinandergetroffen, denn in Nord-Amerika wurde Corona bedingt eine eigene Rennserie durchgeführt und dort sammelte Vogt mit 4 Siegen halt mehr Punkte.