Sensationszweite bei Weltmeisterschaft In Altenberg
Nachdem der Winter für die hessischen Bobsportler sehr erfolgreich verlaufen war und mit dem Junioren-Weltmeistertitel für Kim Kalicki gekrönt wurde fuhren sie und Malte Schwenzfeier zuversichtlich zum Finale und Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft in Altenberg. Die ehemalige Leichtathletin, die seit 5 Jahren an den Lenkseilen im Bob sitzt, ging mit einem bei ihr keineswegs selbstverständlichen Selbstbewusstsein und einer großen Portion Optimismus in das Abenteuer „Weltmeisterschaft“ und spekulierte auf einen Platz unter den besten 1o. Getragen wurde diese Einschätzung, wie auch Hessens Landestrainer Tim Restle konstatierte, von der mittlerweile erreichten sportliche Reife, die gerade in dieser Sportart von großer Bedeutung ist und der Tatsache, dass sie durch die gut funktionierende Kooperation mit dem sächsischen Verband umfangreiche Trainingseinheiten in Altenberg absolvieren konnte. Ausgestattet mit einem neuen FES-Schlitten für das „Küken“, wie sie Bundestrainer Rene Spieß bezeichnet, gehörte sie einem bärenstarken deutschen Team an.
Was sie aber letztendlich in der Bahn erreichte hatte wohl keiner, weder beim hessischen noch beim deutschen Verband, auf dem Schirm. Gemeinsam mit Kira Lipperheide (TV Gladbeck) überraschte die Wiesbadenerin bereits nach dem ersten Tag mit zwei hervorragenden Abfahrten und belegte im Zwischenergebnis völlig unerwartet Rang 2 hinter einem Team aus den USA. Dass es sich dabei um keine Eintagsfliegen handelte bewies sie am nächsten Tag im dritten Lauf, in dem sie Bestzeit fuhr und sich mit einem Rückstand von nur 18/100 Sekunden ganz nah an die Führende heranpirschte. Dann aber rief die 34-jährige Kanadierin Kallie Humphries ihr ganzes Können ab und fuhr, seit dieser Saison für die USA startend, mit Lauren Gibbs mit 37/100 Sekunden Vorsprung überlegen zum Weltmeistertitel. Silber für Kalicki/Lipperheide nach vier spannenden Durchgängen auf der sehr anspruchsvollen Bahn waren dann mehr als selbst die größten Optimisten erwartet haben dürften und dementsprechend happy waren auch die beiden. „Eine WM bei den „Großen“ ist nun noch einmal eine ganz andere Hausnummer als bei den Juniorinnen und daher ist meine Freude über diesen 2. Platz ungeheuer groß“ strahlte die frisch gebackene Polizeikommissarin über ihren Coup. HBSV Präsidentin Erica Fischbach freute sehr über ihre junge Athletin und betonte: „ Wenn man bedenkt, dass beide nicht aus den deutschen Bobhochburgen kommen ist dieses Abschneiden als bestes deutsches Damenteam geradezu sensationell. Neben ihrem fahrerischen Können hat unsere Kim (rechts im Bild) auch hinsichtlich Nervenstärke und Cleverness richtig gut zugelegt sodass wir der nächsten Saison sehr zuversichtlich entgegen blicken und natürlich hoffen, dass sie verletzungsfrei bleibt.“
Dritte wurden nicht unbedingt zu erwarten die Kanadierinnen Christine de Bruin/Kristen Bujnowski mit schon deutlichem Rückstand. Erst danach rangierten die hoch gehandelten deutschen Topteams Mariama Jamanka/Annika Drazek auf Rang 4 sowie Stephanie Schneider/ Leonie Fiebig auf Platz 5. Für diese Vier verlief das Wochenende im Osterzgebirge völlig enttäuschend, was nur noch vom Dou Laura Nolte/Ann-Christin Strack getoppt wurde, die nach einem Sturz in der zweiten Abfahrt nicht mehr antreten konnten.

Foto: Viesturs + Lacis

In seiner zweiten Saison, die Calvin Meister (KSV Reichelsheim) als Einzelfahrer bestreitet, ist ihm bereits der ganz große Wurf gelungen. Nachdem er schon im Vorjahr in der deutschen Breitensport-Meisterschaft vorne mitgemischt hat, darf er nun zum Ende dieses Winters den Titel eines deutschen Pokalsiegers tragen. Die Basis für diesen tollen Erfolg legte er bereits bei den ersten Rennen in Winterberg und Oberhof, die er beide mit unerwartet großer Dominanz gewann. Nach diesen beiden Siegen in der 4 Rennen umfassenden Breitensport-Meisterschaft war sein Ehrgeiz geweckt, um auch in der Endabrechnung vorne mitzumischen. Allerdings war es Meister klar, dass es auf Grund seiner beruflichen Belastung mit nur einem geringen Trainingsaufwand sehr schwierig werde würde.
Beim Rennen am Königssee wurde er jedoch nur vom einheimischen Christian Schlegel (RRC Schliersee) geschlagen und festigte damit seinen Platz an der Spitze. Er überzeugte mit den besten Startzeiten und steuerte in der zweiten Abfahrt einen Sicherheitskurs an, um diesen 2. Platz nicht zu gefährden. Mit diesem Ergebnis war er sehr zufrieden, hatte er doch damit sein Hauptziel erreicht.
Die endgültige Entscheidung musste im Eiskanal von Altenberg fallen, einer Strecke die er zwei Jahre nicht gefahren ist und eigentlich nur Doppelerfahrungen besaß. Überraschenderweise traten zu diesem Rennen auch noch 2 weitere einheimische Konkurrenten an, sodass es noch einmal richtig eng für den Reichelsheimer wurde. Gemeinsam mit seinem Trainer Stefan Meister entschied er sich für eine risikoärmere Einstellung des Schlittens und richtete sein Hauptaugenmerk auf das sichere Ankommen, um Punkte zu sammeln. Auch auf dieser Bahn glänzte er mit den besten Startzeiten und kam mit der schwierigen Eisrinne besser als erwartet zurecht. Sein dritter Platz hinter Schlegel und Tim Jungheinrich (ESV Lok Zwickau) reichte letztendlich aus, um den Gesamtsieg in diesem Wettbewerb vor Schlegel und Lukas Seifert (RRC Waltershausen) zu erringen. „Meine Freude über diesen Sieg lässt sich natürlich nicht mit dem Glücksmoment vergleichen, den ich beim Weltcup-Sieg in der Jugend im Doppel in Innsbruck mit Hendrik Seibert empfunden habe“ kommentierte Meister seinen obersten Platz auf dem Treppchen,“ aber ich bin sehr zufrieden mit meinem Erfolg, denn er bestätigt eine konstant gute Leistung über 4 Wettbewerbe hinweg und ist daher für mich schon was Besonderes.“


Bild: Stefan Meister (Calvin Meister in der Mitte)

 

Einen starken Eindruck hinterließen die hessischen Bob-Oldies beim 40. Europapokal und den 2. Internationalen Deutschen Meisterschaften der Senioren, die in einer Veranstaltung traditionell in der Bobbahn von Innsbruck/Igls ausgetragen wurden. Obwohl dieses Mal nur mit zwei Schlitten vertreten, waren beide Teams hochmotiviert an den Start gegangen und platzierten sich weit vorne. In ganz hervorragender Form präsentierte sich das Duo Peter Hinz/Peer Jöchel, das in beiden Läufen schon mit den besten Startzeiten aufhorchen ließ und in der Bahn bewies der Pilot vom BC Fürth, dass er nichts verlernt hat. Seine Zeiten unter 55 Sekunden wurden von keinem anderen Team erreicht, sodass sie mit deutlichem Vorsprung vor den Vorjahressiegern Christoph Gaisreiter/Max Amereller den deutschen Titel eroberten.
Sehr gut in Szene setzte sich auch die Kombination Martin Fischer/Kai-Uwe Kohlert (BC Fürth) die ebenfalls mit guten Starts die Voraussetzung für zwei sehr solide Abfahrten legten und wie im Vorjahr den 3. Platz erkämpften. Damit waren die beiden mehr als zufrieden, da sie ihr Potenzial ausgereizt und die Hoffnungen erfüllt hatten.
Mit dieser starken Leistung sicherten sich Hinz/Jöchel auch den Sieg beim Europapokal in der AK 3 (ab 50 Jahren). Hierbei verwiesen sie ihre Dauerrivalen Andy Zeidler/Roland Tanner aus der Schweiz sicher auf den 2. Rang, die wiederum deutlich vor den Schweizern Niki Albrecht/Philipp Juncker lagen. Fischer/Kohlert rangierten bei dieser Wertung auf Platz 4 und waren unter den 9 Startern zweitbestes deutsches Team.
In der Gesamtwertung des Rennens, an dem 32 Teams teilnahmen, lag ganz überraschend die polnische Paarung Dawid Kupczyk/Jakub Havlin vorne. Da unter den weiteren Teilnehmern zahlreiche Piloten aus der Schweiz, Lettland, Österreich und Monaco unterwegs waren, die noch vor kurzem im Weltcup an den Start gingen, war der 10. Platz für Hinz/Jöchel eine große Überraschung, mit der die Zielsetzung der beiden übertroffen wurde. Fischer/Kohlert beendeten das Rennen auf Rang 20 und ließen damit zahlreiche Konkurrenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hinter sich.
Dieses hervorragende Ergebnis der „Masters“ schließt sich nahtlos an die tolle Saison der hessischen Damen und Männer an, die auf nationaler und internationaler Ebene Meisterschaftsehren und zahlreiche Podestplätze errungen haben. “ Für unsere Sportler, die ja weitab von Bob- und Rodelbahnen wohnen und trainieren war dieser Winter ein absolutes high light“ resümierte HBSV – Präsidentin Erica Fischbach aus Wiesbaden. Neben diesen erfolgreichen Athleten gebe es ja darüber hinaus noch einige erfolgreiche Kadermitglieder im deutschen Verband, die ihre ersten Schritte im Bob- und Rodelsport in Hessen gemacht hatten und nun für andere Vereine erfolgreich unterwegs sind.

Nachdem die seitherige Bobkarriere von Malte Schwenzfeier (TuS Eintracht Wiesbaden) einen geradezu kometenhaften Aufstieg genommen hat wurde sie nun mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Altenberg als Sahnehäubchen gekrönt. Der ehemalige Footballspieler, der erst vor etwas mehr als einem Jahr mit dem Bobsport begonnen hat, war eigentlich noch gar nicht für den A-Kader des deutschen Verbandes geplant und sollte nach Meinung von Landestrainer Tim Restle behutsam aufgebaut werden. Dann aber wurde Schwenzfeier auf Grund seiner konstant starken Leistungen als Anschieber  vom Ersatzmann und „ Notnagel“ zu einem festen Bestandteil des deutschen Aufgebotes.
Nach seinem Junioren-Weltmeistertitel mit Richard Oelsner (BSC Sachsen Oberbärenburg) starteten die beiden als viertes deutsches Team auch im Osterzgebirge. Nach dem ersten Tag lagen bei 27 Startern alle deutschen Bobs vorn, angeführt von Francesco Friedrich/Thorsten Margis - die am Ende mit vier Mal Laufbestzeit hoch überlegen Weltmeister wurden -  und danach Nico Walther, Johannes Lochner und auf Rang 4 Oelsner.  Dabei profitierte Oelsner von einem sehr guten 1. Lauf, den er auf Rang 3 beendete, dieses Ergebnis aber nicht wiederholen konnte. Am zweiten Tag attackierte die lettische Mannschaft Oskars Kibermanis/Matiss Miknis heftig und  schob sich in die deutsche Phalanx vor die Junioren-Weltmeister.  Vor dem letzten Lauf lagen 3 Teams im Kampf um die Bronze-Medaille nur 14/100 Sekunden auseinander. Widrige Wetterverhältnisse und leichte Fahrfehler vermasselten dann allerdings den 4. Lauf total und Oelsner meinte zu dem abschließenden 5. Platz selbstkritisch: „ Meine eigene Schuld, denn ich hatte es in der Hand eine Medaille zu holen. Malte hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft.“ Ein bisschen fehlte  wohl auch die Erfahrung und  letztlich ist der 5. Platz bei dieser hochkarätig besetzten WM für die beiden jungen Athleten ein toller Erfolg kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das Ergebnis.  Johannes Lochner/Christopher Weber  retteten in der Endabrechnung die Silber-Medaille knapp vor den Letten, während Nico Walther/Eric Franke mit dem undankbaren 4. Platz vorlieb nehmen mussten. 

Foto: Viesturs + Lacis                                                            

Im Zweier - Saisonfinale im lettischen Sigulda gab es für die deutschen Bobsportler noch einige Erfolge an denen auch ein hessischer Athlet beteiligt war. Im Rahmen der Europa-Meisterschaft wurden auch die letzten beiden Rennen ausgetragen, die mit dem Weltcup-Gesamtgewinn von Francesco Friedrich endeten.
Im allerletzten Lauf der Weltcupsaison durfte Christan Hammers (TuS Eintracht Wiesbaden) nochmals ran und schob den Schlitten von Christoph Hafer (BC Bad Fellnbach). Im Weltcuprennen lagen die beiden nach dem ersten Lauf auf einem überraschend starken 3. Platz. Dann allerdings spielten ihnen die Nerven wohl einen Streich und sie fielen auf der sehr schwer zu fahrenden Bahn, auf der es zu mehreren Stürzen erfahrener Piloten kam, noch um einen Platz zurück. Nur knapp 11/100 Sekunden  betrug ihr Rückstand auf die Dritten Justin Kripps/Samuel Giguere aus Kanada. Gewonnen wurde dieser  Weltcuplauf von den Hausherren Oskars Kibermanis/Matiss Miknis vor dem Überraschungsteam Simon Friedli/Gregory Jones aus der Schweiz.
Da im gleichen Rennen auch die Europa-Meisterschaft gewertet wurde rückten Hafer/Hammers hinter diese beiden Mannschaften vor und eroberten sich damit den 3. Platz auf dem Treppchen. Nach Meinung von Landestrainer Tim Restle ist dieser Erfolg als sehr versöhnlicher Saisonabschluss für die beiden zu werten und vor allem die verdiente Belohnung für die hohe Trainingsintensität des Athleten vom Wiesbadener Leistungszentrum.

Foto: Bobteam Hafer                                                                                 

Reich dekoriert kehrten die hessischen Bobsportler von der Junioren-Weltmeisterschaft in Winterberg zurück. Allen Grund zur Freude hatte im Team von Landestrainer Tim Restle ganz besonders Kim Kalicki, die gleich zweimal ganz oben auf dem Treppchen stand. In der Veltins EisArena hatte sie ein perfektes Wochenende erwischt und bestätigte eindrucksvoll ihre seitherigen hervorragenden Saisonleistungen. Wie im Vorjahr saß die 22-jährige Wiesbadenerin mit Kira Lipperheide (20) im Schlitten und obwohl die beiden erstmals seit längerer Zeit wieder gemeinsam starteten zeigten sie eine harmonische und beeindruckende Leistung. „Kim hat erneut ihr hohes Können an den Lenkseilen bewiesen und sich vor dem zweiten Lauf dieses Mal nicht aus der Ruhe bringen lassen“ meinte ein total zufriedener Restle.
In beiden Abfahrten sicherten sich die zwei mit besten identischen Startzeiten eine gute Ausgangslage und bauten diesen Vorsprung souverän bis an die Ziellichtschranke aus. In der Endabrechnung distanzierten sie die russische Paarung Lubov Chernykh/Elena Mamedova um 25/100 Sekunden. Dritte wurden weitere 7/100 Sekunden dahinter die Chinesinnen Qing Ying/Jiani Du, die damit eindrucksvoll bewiesen, mit welchem Ehrgeiz und Einsatz die beiden auf die olympischen Spiele in ihrem Heimatland hinsteuern.
Mit diesem Ergebnis verteidigten Kalicki/Lipperheide auch ihren im Vorjahr in Königssee errungenen Weltmeistertitel in der U 23 Wertung Hier rückten die Asiatinnen auf Rang 2 vor und dritte mit allerdings schon deutlichem Rückstand wurden die Russinnen Anastasiia Makarova und Aleksandra Iokst. Kalicki war mit ihrem Abschneiden mega happy, hat sie sich doch damit einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft in Altenberg gesichert. Für sie wurde so das ganz große Saisonziel erreicht wie die frischgebackene Juniorenweltmeisterin freudestrahlend kommentierte. Auch die hessische Verbandspräsidentin Erica Fischbach (Bild rechts) konnte ihre verständliche Freude nicht verbergen und wird nun ihre Athletin nach Altenberg begleiten und kräftig Daumen drücken.
Für den Wiesbadener Shooting Star Malte Schwenzfeier erfüllte sich ein Traum, der wahrscheinlich noch unrealistischer gewesen war. Ganz überraschend war er bereits in seiner ersten Saison als Anschieber in zahlreichen Rennen im Einsatz und startete in Winterberg mit Richard Oelsner. Obwohl die beiden nicht die besten Startzeiten schieben konnten arbeitete sich Oelsner in der Bahn kontinuierlich nach vorne und belegte nach dem ersten Lauf Rang zwei. In der zweiten Abfahrt legten die beiden noch eine Schippe drauf und überflügelten die im unteren Bahnabschnitt etwas schwächelnden Russen Rostislav Gaitukevich/Mikhal Mordasov noch mit 11/100 Sekunden Vorsprung. Ein Riesenerfolg, mit dem zu Beginn der Saison niemand im hessischen und deutschen Verband gerechnet hat. Dritte wurde das deutsche Dou Maximilian Illmann/Eric Strauß und rundete damit das hervorragende Teamergebnis ab.


Bild: Erica Fischbach

Nach dem guten Abschneiden in Berchtesgaden waren Nico Walther und Malte Schwenzfeier zum Weltcup-Wochenende in St. Moritz weiter gezogen. Bei fast perfekten Bahnvoraussetzungen und Eistemperaturen kamen die beiden im Training gut zurecht, obwohl Schwenzfeier die Naturbahn in der Schweiz überhaupt nicht kannte.
Dann allerdings fanden sie sich im Zweier-Rennen mit ihren durchwachsenen Startzeiten eher im Mittelfeld wieder.
Obwohl Walther dann im Eiskanal fast so schnell wie Friedrich mit über 140 km/h mit die höchste Geschwindigkeit gefahren ist hat er nicht die Idealspur des späteren Zweiten gefunden und etwas Zeit verloren. So reichte es für die beiden mit 1:11 Sekunden Rückstand auf den Sieger unter den 20 Startern gerade noch zum 6. Rang, der die beiden allerdings gar nicht zufrieden stellte.
Gewonnen wurde das Rennen von Johannes Lochner, der Nerven wie Stahlseile bewies und mit Christopher Weber seine letzte Chance zur Teilnahme an der Zweierbob-Weltmeisterschaft bravourös nutzte. Mit 21/100 Sekunden Rückstand wurden Francesco Friedrich/Alexander Schüller Zweite vor den Letten Oskars Kibermanis/Matiss Miknis.
Besser lief es für Walther/Schwenzfeier das Rennen im Vierer, das sie mit Kevin Korona und Eric Franke bestritten. Nach dem 6. Rang im ersten Durchgang zog der 29-jährige Routinier noch mal alle Register und verbesserte sich mit seiner Crew auf einen starken 4. Platz. Damit lag er um einen Rang vor Friedrich, der sich mit diesem Ergebnis - allerdings nur hauchdünn - den Gesamt-Weltcup im Vierer sichern konnte. Gewonnen wurde das Rennen vom kanadischen Team um Justin Kripps, der sich damit zum wohl stärksten Gegner der deutschen Mannschaft bei den bevor stehenden Welt - Meisterschaften heraus kristallisiert. Zu beachten wird auch der Lette Kibermanis sein, der sich mit seinen Mannen auf Rang 2 platzierte.

Foto:Viesturs-Läcis

Nach ihren guten Ergebnissen bei den Weltcuprennen in Nord-Amerika setzte Kim Kalicki nun ein weiteres Ausrufezeichen. Beim Saisonfinale der Europapokalserie im Olympiaworld Eiskanal in Igls bewies sie erneut Talent und Können. Sie verteidigte erfolgreich ihren im Vorjahr errungenen Europameistertitel, wobei sie dieses Mal Victoria Dönicke als Anschieberin im Schlitten hatte. Mit überragenden Startzeiten setzten sich die Zwei in beiden Durchgängen an die Spitze und fuhren ihren Sieg unangefochten nach Hause. Bei Bestzeiten in beiden Abfahrten lagen sie Ende deutlich vor dem rumänischen Paar Anastasiia Makarova/Aleksandra Iokst und Melanie Hasler/Jasmin Naef aus der Schweiz.

Gleichzeitig wurde dieses Rennen als abschließende Veranstaltung des Europapokals gewertet. Mit einer Gesamtzeit von 1:48,71 gewannen Kalicki/Dönicke souverän auch diese Wertung und damit lagen die beiden bei ihrem ersten Start in dieser Liga gleich an der Spitze. Zweite wurden die Russinnen Lubov  Chermykh/Elena Mamedova und auf Platz 3 finishte die Rumänin Andreea Grecu, die damit auch Gesamtsiegerin der Europacup-Serie wurde, mit ihrer Anschieberin Ioana Gheorghe. Alles in allem verlief dieses Wochenende in Österreich für den deutschen Verband sehr erfolgreich, denn bei sechs  Wertungsklassen wurde je 3-mal Gold und Bronze gewonnen.

Foto: Nico Semmler

Obwohl ursprünglich nicht vorgesehen war Malte Schwenzfeier auch im Zweier-Wettbewerb auf der Bobbahn am Königssee am Start. Durch hervorragende Leistungen im Training überzeugte der 24-jährige von TuS Eintracht Wiesbaden den deutschen Trainerstab und durfte mit Nico Walther sein drittes Rennen innerhalb einer Woche bestreiten. In einem Feld von 26 Schlitten erreichten sie etwas überraschend in der Endabrechnung einen dritten Platz und waren damit letztendlich recht zufrieden. Trotz einer relativ schwachen Startzeit lagen sie nach dem ersten Lauf zeitgleich mit Richard Oelsner/Tobias Schneider sogar auf Rang 2. Da die zunächst viertplatzierten Kanadier Kripp/Stones einen starken 2. Lauf hinlegten wurden die beiden eventuell etwas nervös, denn auch beim zweiten Mal war die Startzeit nicht sehr gut und sie fielen hinter die später auf dem zweiten Platz landenden Nordamerikaner zurück. Dann allerdings erwischte es den nach Walther gestarteten Oelsner, der im letzten Drittel der Bahn im Labyrinth gehörig ins Holpern geriet und entscheidende Zehntel einbüßte. Somit profierten das Oberbärenburger/Wiesbadener Dou vom Pech des Kontrahenten und konnte sich über den ersten gemeinsamen Podestplatz freuen. Unangefochten siegten zum wiederholen Male in dieser Saison Francesco Friedrich/Thorsten Margis, die am Ende einen klaren Vorsprung hatten.
Im großen Schlitten lief es für Walther/Schwenzfeier am Start erheblich besser. Gemeinsam mit Kevin Korona und Eric Franke schoben sie recht ordentliche Zeiten, schafften es aber nicht mit diesen guten Voraussetzungen auch am Ende richtig zu punkten. Nach Abschluss aller Abfahrten sprang für das Quartett der 8. Platz heraus und damit waren Pilot und Anschieber gar nicht zufrieden. Selbst für Bundestrainer René Spieß war auf Anhieb nicht ersichtlich, wo die entscheidenden Zehntelsekunden in der Bahn gelassen worden waren denn eklatante Fahrfehler waren keine zu erkennen. Viel wichtiger aber für die deutsche Mannschaft war, dass die Teams Friedrich und Lochner einen Doppelsieg beim Heimweltcup feiern konnten.
HBSV Präsidentin Erica Fischbach und Landestrainer Tim Restle hoffen nun, das Schwenzfeier auch bei den Rennen in St. Moritz zum Einsatz kommt und damit weiter wertvolle Erfahrung in seiner ersten Rennsaison sammeln kann.

Bild: Viesturs-Läcis (Schwenzfeier rechts)

Auf allen Bobbahnen sind in dieser Saison die hessischen Sportlerinnen und Sportler unterwegs und damit ein fester Bestandteil im Kader des deutschen Bob – und Schlittensportverbandes geworden. Natürlich liegt das Augenmerk in erster Linie bei den Weltcup-Wettbewerben aber auch in der Nachwuchsliga „ Europacup „ sind sie aktiv.

Beim 5. Europacup-Wochenende in Sigulda (Lettland) wurden Zweierbob-Rennen der Damen und Herren ausgetragen. Mit am Start war auch der Wiesbadener Christian Hammers, der in einem Rennen den Schlitten von Hans-Peter Hannighofer anschob. Die beiden hatten vorher nur wenige Starts gemeinsam absolviert schlugen sich aber in einem Teilnehmerfeld von 18 Konkurrenten achtbar. Vor allem ihre Startzeiten beeindrucken aber dann forderte die sehr anspruchsvolle Bahn ihren Tribut. Am Ende reichte es zum 11. Platz, wobei sie sich nach dem 1. Lauf noch um 3 Plätze verbesserten. Gewonnen wurde das Rennen etwas überraschend vom Schweizer Team Simon Friedli/Gregory Jones vor den Russen Rostislav/Gaitukevich und als bestes deutsches Dou platzierten sich Jonas Jannusch/Marcel Kornhardt auf Rang 3.


Für alle Beteiligten ziemlich überraschen aber letztendlich auf Grund seiner seitherigen hervorragenden Leistungen in seiner ersten Bobsaison völlig verdient wurde das junge Wiesbadener Talent von Bundestrainer Rene Spieß in den Kader für die Weltcuprennen in Igls berufen. Nicht nur bei Wettbewerben mit anderen Piloten sondern auch bei Trainingsfahrten im Team von Nico Walther hat der 24-jährige, der von Football kommt, seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Für den hessischen Landestrainer Tim Restle ist es denn auch eine große Ehre, dass Schwenzfeier beim Olympia-Silbermedaillengewinner von Pyeongchang im Schlitten sitzen darf.

Durch einen Trainingssturz im Auslauf ziemlich gehandicapt ging Walther im Zweier etwas verunsichert ins Rennen und quälte sich vor allem beim Start. Dennoch schafften es die beiden nach zwei guten Abfahrten unter 26 Schlitten auf den 4. Rang, wobei ihr Rückstand auf die Drittplatzierten Oelsner/Schneider aus Deutschland nur 15/100 Sekunden betrug. Erster wurde das deutsche Dou Friedrich/Margis vor den Briten Hall/Cackett.

Auch im Vierer schaffte es Walther mit seinem Team auf den vierten Platz, wobei er im Auslauf nach der Zeitnahme erneut stürzt, allerdings niemand dabei verletzt wurde. Im Schlitten saßen außer Schwenzfeier noch Paul Krenz und Tobias Schneider. In diesem Wettbewerb gab es einen deutschen Doppelsieg vom Team Friedrich vor Lochners Mannschaft.