Bei der ersten Monobob-Veranstaltung dieser Saison in La Plagne war neben Laura Nolte (BSC Winterberg) und Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) auch die Wiesbadenerin Kim Kalicki unter dem 15 Damen aus 10 Nationen am Start. Zwar war diese Disziplin noch nie ihre Stärke aber dieses Mal war sie über ihr Abschneiden ziemlich frustriert. Vor allem ihre Startzeiten waren zu schwach. Die Fahrten selbst konnten sich sehen lassen, das Endergebnis mit Rang 12 lag jedoch weit hinter den Erwartungen. Aber auch Nolte und Buckwitz mit den Plätzen 5 und 7 schnitten nicht viel besser ab, sodass Bundestrainer Renè Spies vor allem bei den Starts erheblichen Trainingsbedarf sieht. Beim Sieg der Amerikanerin Kaysha Love teilte sich die Australierin Breeana Walker, die am Bobstützpunkt Rhein-Mai trainiert, mit Nolte den 5 Platz, wobei die zwei in beiden Läufen kurioserweise die exakt gleichen Zeiten fuhren.
Weitaus besser lief es bei den deutschen Damen im Zweierbob, die wie schon im Monobob ihre Saisonpremiere feiern konnten. Beim Comeback der Amerikanerin Elana Meyers-Taylor, die nach ihrer Babypause wieder ins Renngeschehen eingriff und eine erfolgreiche Rückkehr feiern konnte, rückten die BSD-Teams die Verhältnisse im Eiskanal wieder zurecht.
Auch Kalicki zeigte sich wieder in gewohnter Form. Bereits im ersten Lauf lag sie mit Leonie Fiebig (BSC Winterberg) auf Rang 2 und griff in der zweiten Abfahrt noch einmal an. Allerding schafften es die beiden nicht, an Nolte/Neele Schuten (TV Gladbeck) vorbeizuziehen, da sich kleine Fehler eingeschlichen hatten. Mit diesem Doppelsieg seiner Mädels, vor den Amerikanerinnen Meyers-Taylor/Emily Renne, war Spieß sehr zufrieden und sprach von exzellenten Leistungen. Mit im Rennen war auch Vanessa Mark (Eintracht Frankfurt), die den Schlitten von Lisa Buckwitz anschob. Mit Rang 4 nach der ersten Abfahrt schnupperten die beiden an den Medaillenrängen fielen aber nach einer schwächeren Leistung im zweiten Lauf auf Platz 6 zurück. Für ihren ersten gemeinsam Weltcup ordneten sie das Ergebnis, wie auch der Bundestrainer, als durchaus zufriedenstellend, aber ausbaufähig ein. Hinter Buckwitz/Mark reihte sich Breeana Walker mit ihrer Anschieberin Kiara Reddingius ein und war damit zufrieden.


Foto Viesturs Lacis: links Kim Kalicki, rechts Leonie Fiebig

 


Fünf Mal am Start, fünf Mal auf dem Treppchen - viel besser hätte die Saison für Maureen Zimmer (BSC Sachsen Oberbärenburg/Eintracht Frankfurt) eigentlich nicht anfangen können. Obwohl die Veranstaltung mit 5 Rennen in kurzer Zeit ein anstrengender Kraftakt mit viel Stress war, zeigte sich Zimmer mit den Ergebnissen überglücklich. „Maureen hat in allen Rennen trotz kleiner Wackler eine sehr überzeugende Leistung gezeigt “ freute sich Landestrainer Tim Restle. “Ihre Starts sind ja schon immer überragend und auch in der Bahn ist es fast perfekt gelaufen.“
In Lillehammer hieß es für die Damen gleich drei Mal mit dem Monobob an den Start zu gehen. Neben Zimmer waren Diana Filipszki (WSV Königssee) und Charlotte Candrix (TuS Hachenburg) für die deutschen Farben am Start, die sich aber in den recht großen Teilnehmerfeldern mit Plätzen im Mittelfeld zufriedengeben mussten. Zimmer hingegen lieferte sich mit Andreea Grecu (Rumänien), ihrer Dauerrivalen aus dem Vorjahr, einen packenden Zweikampf, den die Rumänin mit zweimaliger Laufbestzeit für sich entscheiden konnte.
Im zweiten Rennen drehte Zimmer den Spieß um, legt bei beiden Abfahrten die besten Zeiten hin und besiegte Grecu mit einem hauchdünnen Vorsprung
Auch im dritten Rennen übernahm Zimmer nach dem ersten Lauf die Führung und sah auch in der zweiten Abfahrt wie die sichere Siegerin aus. Dann allerdings verlor sie die Ideallinie, fiel mit ihrer Endzeit deutlich zurück und wurde überraschend von der Schweizerin Inola Blatty auf den zweiten Rang verwiesen.
Ebenfalls in Lillehammer dabei war Cyntia Kwofie (Eintracht Frankfurt), die mit Pilotin Charlotte Candrix im Zweierbob im ersten von drei Rennen an den Start ging. Mit Startbestzeit im ersten Lauf lieferten die beiden einen guten Einstand, konnten aber auf der zweiten Hälfte der Strecke nicht mehr mithalten und wurde 6. Diesen Platz behaupteten sie auch nach dem zweiten Lauf und wussten dann nicht so recht, wie sie dieses Ergebnis einordnen sollten. Die ersten drei Plätze waren beim Sieg der Österreicherinnen Katrin Beierl/Anna Schenk in weiter Ferne, aber schließlich befanden sich auf den vorderen Plätzen Teams, die Weltcuperfahrungen besitzen.
Maureen Zimmer, die am ersten Rennen nicht teilgenommen hatte, ging beim zweiten Rennen mit Lauryn Siebert (BSC Winterberg) an den Start. Beide lieferten in beiden Läufen die besten Startzeiten, konnten aber ihren Vorsprung nicht halten und wurden vom Team Beierl/Isabela Indruchova abgefangen, so dass die beiden für Österreich einen zweiten Sieg feiern konnten.
Im dritten Wettbewerb ging Kwofie mit Zimmer an den Start und diese Kombination zeigte eine hervorragende Leistung. Auch dieses Mal legten die beiden zwei Startbestzeiten vor und ließen sich dann nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Zwei Mal Laufbestzeit ergaben einen deutlichen Sieg vor den Österreicherinnen Beierl/Nicola Pichler. HBSV-Präsidentin Erica Fischbach konstatierte nach der Veranstaltung in Norwegen einen sehr respektablen Saisoneinstieg für Zimmer und auch Kwofie werde wohl zufrieden sein.


„Unsere Sportlerinnen und Sportler sind ja mit gewissen Hoffnungen nach Winterberg gefahren“ meinte HBSV-Präsidentin Erica Fischbach,“ aber dass wir in allen 4 Wettbewerben so gut auf dem Treppchen vertreten sind hätten wir nicht unbedingt erwartet.“
Am ersten Tag gingen bei den deutschen Meisterschaften die Monobobs bei den Frauen und Zweierbobs bei den Herren ins Rennen. Die Starterfelder waren zwar überschaubar aber bei den Monobobs war doch die deutsche Elite am Start zumal neben den Meisterschaftsehren auch eine Selektionswertung auf dem Programm stand. Maureen Zimmer (BSC Sachsen Oberbärenburg/Eintracht Frankfurt) legte im ersten Lauf am Start die beste Zeit hin verlor aber im unteren Drittel die Ideallinie und fand sich auf dem zweiten Platz wieder. Im zweiten Lauf lief es noch besser, sie war Zeitschnellste konnte aber den Rückstand nicht mehr ganz verkürzen und wurde hinter Laura Nolte (BSC Winterberg) deutsche Vize-Meisterin. Allerdings konnte sie Lisa Buckwitz (BRC Thüringen) und Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) deutlich hinter sich lassen.
Bei den Männern erwiesen sich die Brüder Adam (startet für BRC Thüringen) und Issam Ammour (Eintracht Frankfurt) aus Gießen als unschlagbar. Nachdem sie nach dem ersten Lauf hauchdünn führten, setzten sie in der zweiten Abfahrt noch eins drauf und gewannen sicher vor Maximilian Illmann (BSC Sachsen Oberbärenburg) und Costa Laurenz (TuS Eintracht Wiesbaden). Den dritten Platz erkämpfte Christoph Hafer (Eintracht Frankfurt/BC Bad Feilnbach) mit seinem Anschieber Matthias Sommer (BSC Winterberg).
Auch am zweiten Tag lief es für die Hessen in der Veltins-Eisarena hervorragend. Zwar war im Zweierbob Laura Nolte, die Neele Schuten (TV Gladbeck) als Anschieberin dabei hatte, erneut nicht zu schlagen. Aber mit zweimal Startbestzeit errangen Maureen Zimmer/Lauryn Siebert (BSC Winterberg) einen starken zweiten Platz. Cynthia Kwofie (Eintracht Frankfurt) schob ihre Pilotin Charlotte Candrix (BSC Winterberg) auch etwas überraschend auf den Bronze-Rang.
Im Viererbob der Männer waren die Brüder Ammour erneut das Maß aller Dinge und fuhren mit Benedikt Hertel (BRC Thüringen) und Rupert Schenk (SC Potsdam) unangefochten zum deutschen Meistertitel. Nach einem verkorksten ersten Lauf erzielte Christoph Hafer im zweiten Lauf Bestzeit und konnte sich damit auf den Silber-Rang verbessern. Angeschoben wurde er von Christian Hammers (Eintracht Frankfurt), Michael Salzer (BC Stuttgart Solitude) und Matthias Sommer. Dritte wurde das Team von Nico Semmler (BRC Ilsenburg).
Landestrainer Tim Restle konstatierte nach diesen zwei Tagen eine durchwachsene Bilanz, obwohl es für Issam Ammour top und für Maureen Zimmer vor allem im Monobob gut gelaufen sei. Ansonsten allerdings seien nicht alle Erwartungen erfüllt worden.
Da das Team um Adam und Issam Ammour auch die zweiten Selektionsrennen siegreich gestalten konnte werden sie in den nächsten Weltcup-Rennen am Start stehen.

Foto von links: Maureen Zimmer, Lauryn Siebert, Laura Nolte, Neele Schuten, Charlotte Candrix, Cynthia Kwofie
Foto: Tim Restle

 

 

Besser konnte für Joshua Tasche (Eintracht Frankfurt) der Einstieg in die Saison gar nicht verlaufen. Beim zweiten Weltcuprennen in Yanqing bot der Adlerträger eine sehr gute Leistung und raste mit dem Team seines Piloten Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) auf den ersten Platz. Nachdem Lochner mit einer etwas anders zusammen gesetzten Mannschaft bereits den ersten Weltcup in China vor seinem Dauerrivalen Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) gewonnen hatte gelang ihm dieses Meisterstück auch im zweiten Wettbewerb. Seine hervorragende Frühform bewies er auch durch seinen Sieg mit Georg Fleischhauer (SC Potsdam) im Zweierbob auf der gleichen Bahn.
Mit der Leistung seiner neuen Besatzung Fleischhauer, Tasche und Florian Bauer (BRC Ohlstadt) war Lochner demzufolge auch sehr zufrieden, obwohl es beim ersten Lauf am Start etwas gehakelt hatte. Überglücklich war natürlich Tasche über seinen Einstieg in die neue Mannschaft. Jetzt gelte es, durch kleine Verbesserungen im Startablauf die Leistung auf hohem Niveau zu stabilisieren.
Landestrainer Tim Restle war mit Tasche auch sehr zufrieden, da dieser durch sein beherztes Auftreten die ihm gebotene Chance genutzt und gute Aussichten habe sich im Lochner Team zu etablieren. Der Konkurrenzdruck sei allerdings hoch und man müsse immer Gas geben.

Foto von links: Johannes Lochner, Georg Fleischhauer, Florian Bauer, Joshua Tasche
Foto IBSF

 


Durch die Neuerung beim ZLT fand dieses Mal eine zweite Veranstaltung in Oberhof statt, wo eigentlich seither traditionell dieser Leistungsvergleich im Einzelanschub durchgeführt wurde. Grund für diese Modifikation war das Profil der Magdeburger Anschubbahn, dass eher dem der meisten Weltcupbahnen entspricht. Auch in Oberhof hieß es nun, durch individuelle Leistungsnachweise die stärksten Athletinnen und Athleten herauszufiltern.
Bei den Damen konnte sich, in Abwesenheit von Lisa Buckwitz, bei den Pilotinnen Maureen Zimmer (Eintracht Frankfurt/BSC Sachsen Oberbärenburg)) durchsetzen. Die nächsten Plätze belegten Laura Nolte (BSC Winterberg) und die Nachwuchspilotin Charlotte Candrix (TuS Hachenburg). Bei den Anschieberinnen setzte sich etwas überraschend Lauryn Siebert (BSC Winterberg) durch und schlug die höher eingeschätzten Cynthia Kwofie (Eintracht Frankfurt) und Neele Schuten (TV Gladbeck). Darüber hinaus konnte auch Vanessa Mark (Eintracht Frankfurt) mit einer überzeugenden Leistung aufwarten.
Trotz des Fehlens einiger Spitzenpiloten wurden auch bei den Herren recht ansprechende Leistungen erzielt. Bei den Piloten erwies sich Yuri Hansen (BSC Winterberg) als das Maß aller Dinge, der sich gegen die Nachwuchssportler Tobias Dostthaler (BC Bad Feilnbach) und Laurin Zern (WSV Königssee) an die Spitze setzte.
Auf der Bremserposition ergab sich eine Rangfolge aus erfahrenen Anschiebern und ehrgeizigem Nachwuchs. Letztendlich durchsetzen konnten sich Benedikt Hertel (BRC Thüringen), Matthias Sommer (BSC Winterberg), Florian Bauer (BRC Ohlstadt), Costa Laurenz (TuS Eintracht Wiesbaden) und Joshua Tasche (Eintracht Frankfurt). Auf der Seitenposition übernahmen Matthias Sommer und Costa Laurenz die Spitze vor dem nicht unbedingt so weit vorne zu erwartenden Tim Becker (MSC Magdeburg).
„Unsere hessischen Sportlerinnen und Sportler haben sich respektabel geschlagen“ kommentiert Landestrainer Tim Restle die ersten Leistungsvergleiche der Saison, “wir können nun unseren Leistungsstand besser einordnen. Nun gilt es, auch in den anstehenden Selektionsrennen richtig Gas zu geben und das bundesdeutsche Trainerteam zu überzeugen.“

Foto: Eintracht Frankfurt

 


Der Einstieg in die neue Saison erfolgte für die Kufen Spezialisten auch in diesem Jahr mit einem zentralen Leistungstest. Allerdings war dieses Mal Magdeburg- entgegen der langjährigen Tradition in Oberhof - das Ziel der Bobsportler- und innen. Auch einige hessische Athletinnen und Athleten unter Betreuung von Landestrainer Tim Restle nutzten die Chance auf der Startstrecke in Sachsen-Anhalt, um ihr Leistungsniveau und die Resultate des Sommertrainings zu überprüfen.
Bei den Pilotinnen bewies Kim Kalicki ihren Übungsfleiß und bildete mit Lisa Buckwitz und Leona Klein das Spitzentrio sowohl in der Seiten- als auch der Monobob-Position. Bei den Anschieberinnen war Cynthia Kwofie, die sich vor kurzem dem hessischen Kader angeschlossen hat, bei den Frauen mit Leonie Fiebig und Neele Schuten unter den besten Drei.
Bei den Anschiebern erweckte Costa Laurenz die Aufmerksamkeit von Bundestrainer René Spieß und zeigte neben Johannes Fleischhauer und Alex Schüller die stärksten Leistungen.


Den gewohnt relativ kleinen Kreis begrüßte Präsidentin Erica Fischbach bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Monsheim.“ Möglicherweise liegt dies daran, dass es an dem Verlauf des vergangenen Jahres nichts zu kritisieren gibt“ schmunzelte sie bei ihrer Begrüßung, “allerdings stehen andererseits keine Wahlen oder sonstige wichtige Entscheidungen auf der Tagesordnung.“
Nach Erledigung der Regularien nahm bei ihrem Bericht die überaus erfolgreiche Rennsaison der Bobsportler einen großen Raum ein, die trotz der guten Ergebnisse der Vorjahre die erfolgreichste des hessischen Verbandes gewesen sei. Gekrönt wurden die zahlreichen Topergebnisse bei Weltmeisterschaften sowie im Welt- und Europacup durch den Titel im Zweierbob für Kim Kalicki (Wiesbaden). Aber auch der Nachwuchsathletin Maureen Zimmer (Frankfurt), die als zweifache Junioren-Weltmeisterin brillierte, galt ein ganz besonderes Lob. Fischbach konstatierte, dass der Wechsel des Leistungsstützpunktes nach Frankfurt in jeder Hinsicht eine Punktlandung war und dem hessischen Team nochmals einen großen Schub verpasst hat. „Im Boot der SG Eintracht Frankfurt zu sitzen hat unsere Arbeit erheblich erleichtert“ meinte sie, „wir werden hervorragend unterstützt und gefördert.“ Neben den sportlichen Herausforderungen steht die Herstellung einer Anschubanlage auf der Agenda und hat schon erste Hürden genommen. Bei dieser Gelegenheit bedankte sie sich nicht nur beim Verein aus der Mainmetropole sondern auch beim Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport sowie dem lsb h für die langjährige große Unterstützung. Fischbach sieht nicht durch die rosarote Brille, ist aber sehr zuversichtlich und optimistisch für die nächste Zeit, und ist sicher, dass mit den Erfolgen der jüngsten Vergangenheit, der HBSV ganz anders und eher auf Augenhöhe beim deutschen Verband wahrgenommen wird.
Ihr besonderer Dank galt Landestrainer Tim Restle, der für die hessischen Sportler und Sportlerinnen über sein Training und der Betreuung an der Bahn hinaus individuelle Trainingspläne erstellt hatte und ein hervorragendes Coaching betrieben habe.

Nachwuchssuche bei den Rodlern
Dem Bericht des Rodelsportwartes Stefan Meister war zu entnehmen, dass es auch im abgelaufenen Jahr nicht möglich war, Nachwuchs an die hohen Anforderungen des deutschen Rodelsports heranzuführen. „Da nur noch Calvin Meister, allerdings sehr auf Sparflamme, aktiv fährt fehlen uns die lokalen Zugpferde “ erklärte er, „wir bemühen uns aktuell einen Schnuppertag auf die Beine zubringen, der von den Vereinen KSV Reichelsheim und TSV Grasellenbach organisiert werden soll.“

Solide Finanzlage
Der Kassenbericht des Schatzmeisters Klaus-Dieter Neumann war zufriedenstellend, wies er doch trotz gestiegener Kosten eine tragfähige Finanzbasis aus. Dennoch sei auch zukünftig auf sparsame Haushaltsführung und Ausgabendisziplin zu achten. Diese Einschätzung wurde von den Kassenprüfern Jürgen Göttmann und Melanie Lauser geteilt, die dem Schatzmeister eine einwandfreie Kassenführung testierten und daher der Versammlung die Entlastung des Vorstandes vorschlugen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.

Der vorgelegte Haushaltsentwurf wurde nach kurzer Aussprache ebenfalls einstimmig genehmigt, da gegenüber dem Vorjahr keine allzu großen Veränderungen erforderlich waren. Lediglich die Rücklagen für Materialbeschaffungen und Baumaßnahmen wurden deutlich erhöht.

 


Zur Hauptversammlung des hessischen Bob- und Schlittensportverbandes am Donnerstag, dem 27. Juli 2023 um 15.00 Uhr auf dem Anwesen des Beisitzers Axel Schauss, Denkmalstraße 17 in Monsheim werden alle Vereine und Vereinsabteilungen des Verbandes herzlich eingeladen.
Nach Begrüßung und Feststellung der Stimmverhältnisse sowie der Beschlussfähigkeit erfolgt der Bericht der Präsidentin Erica Fischbach. Danach werden die Berichte des Vize-Präsidenten und des Schatzmeisters vorgetragen. Den Berichten der Sportwarte Bob, Rodel und Schlittenhunde sowie des Jugendwartes folgt nach der Aussprache das Prüfungsergebnis der Kassenprüfer. Hierbei ist außerdem die Entlastung des Vorstandes vorgesehen. Anschließend wird der Haushaltsvorschlag 2023/2024 eingebracht und zur Abstimmung gestellt. Bevor dann unter einem weiteren Tagesordnungspunkt Anfragen und Mitteilungen erfolgen, wird der Lehrgang- und Wettkampfterminkalender der kommenden Wintersaison bekannt gegeben so weit bis dahin Termine festgelegt sind. Nach diesen Regularien wird ein Sommerfest gefeiert.
Der Vorstand des HBSV würde sich freuen, wenn an dieser Versammlung viele Vereine, Aktive, Freunde und Gönner des Verbandes teilnehmen würden.


Nach langer pandemiebedingter Pause nahm auch Calvin Meister (KSV Reichelsheim) wieder einmal an einen Rodel-Wettbewerb teil. Aus beruflichen Gründen hatte er dem Leistungssport „ade“ gesagt und geht nun bei Rennen im Rahmen der deutschen Breitensportveranstaltungen an den Start. Allerdings halten sich auch da seine Möglichkeiten in engem Rahmen, der durch seinen Beruf abgesteckt ist. Erstmals bot sich ihm eine Gelegenheit bei den Thüringer Meisterschaften, die in Oberhof ausgefahren wurden. Von seinen ehemaligen und neuen Konkurrenten wurde er mit Freude aber auch Respekt begrüßt. Vor allem wurde teilweise bedauert, dass er seine erfolgversprechende Karriere nach ersten Erfolgen im Junioren-Bereich beendete.
Dass er nichts verlernt hat und auch ohne regelmäßiges Training problemlos vorne mithalten kann, stellte er im Thüringer Eiskanal eindrucksvoll unter Beweis. Schon vom Start weg übernahm er in beiden Läufen die Führung und baute sie bis ins Ziel kontinuierlich aus. Mit mehr als eine Sekunde lag er vor seinem schärfsten Konkurrenten Niklas Pietsch aus Blankenburg und auch der Dritte Paul Hepper (Altenburg) konnte kein Paroli bieten. „Ich bin mit einem ein bisschen mulmigem Gefühl in den Thüringer Wald gefahren“ bekannte Meister nach dem Rennen. „Schließlich habe ich eine sehr lange Zeit keine Bahn mehr gesehen, geschweige denn betreten. Aber schon mit der ersten Trainingsfahrt war es fast wie in alten Zeiten. Ich habe sofort gespürt, dass ich es noch gut draufhabe und da ich locker ohne Leistungsdruck runter bin hat es so richtig Spaß gemacht.“


Foto: Stefan Meister


Bei der 42. Auflage des Europa-Pokals und den 4. Deutschen Meisterschaften der Senioren, die in einer Veranstaltung traditionell auf der Olympia-Bahn in Innsbruck/Igls ausgetragen werden, starteten auch die hessischen „Masters“ Peter Hinz und Martin Fischer (beide BC Fürth). Nicht mehr dabei waren Uwe Hurych (BC Fürth) und Thomas Lang (BRC Michelstadt) die sich seit einiger Zeit vom aktiven Sport zurückgezogen haben. Das Starterfeld umfasste Schlitten aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Polen, Tschechien, Slowakei sowie Monaco und war mit 16 Teilnehmern aus den verschiedensten Jahrgängen wieder etwas größer als im Vorjahr. Darunter eine ganze Reihe von sehr erfolgreichen Weltcup- und Olympiateilnehmern. Startberechtigt waren Piloten und Anschieber, die älter sind als 35 und 2022/23 nicht an internationalen Wettbewerben wie Welt- oder Europacup usw. teilgenommen haben.
Hinz, der zwischen 2002 und 2009 das Rennen 5-mal gewonnen hat, fuhr mit Begeisterung und hoher Motivation zu der Veranstaltung, ohne sich aber Illusionen über sein Abschneiden zu machen. Schließlich waren mit Vorjahressieger Manuel Machata, dem Schweizer Beat Hefti und dem Österreicher Wolfgang Stampfer Piloten am Start, die noch vor wenigen Jahren starke Weltcupergebnisse abgeliefert haben. Er hatte Thomas Berger als Anschieber dabei und landete mit den Startzeiten in beiden Läufen jeweils im Mittelfeld. Dann allerdings zeigte er in der Bahn, dass er nichts verlernt hat und verbesserte sich bis ins Ziel um einige Plätze. So reichte es den beiden bei der deutschen Senioren-Meisterschaft noch zum dritten Rang hinter den hoch überlegenen Machata/Andreas Bredau (BC Solitude Stuttgart). Zweite wurden, auch schon mit deutlichem Rückstand, Christoph Gaisreiter/ Max Amereller (BC Ohlstadt). Martin Fischer, der mit Peer Jöchel (BC Fürth) ins Rennen gegangen war, trat zum 2. Lauf nicht mehr an.
Auch der Europa-Pokal der Senioren wurde zu einer sicheren Beute von Machata/Bredau, die damit ihren Vorjahressieg wiederholten. Etwas überraschend platzierten sich die Polen Dawid Kupczyk/Jakub Havlin auf dem Silber-Platz vor den stärker eingeschätzten Schweizern Hefti/Beat Wullschlegel. Für Hinz blieb in diesem Klassefeld nach guter Leistung der 10. Rang.
Dieses gute Ergebnis der „Masters“ schließt sich nahtlos an die großartige Saison der hessischen Damen und Männer an, die auf nationaler und internationaler Ebene Meisterschaftsehren und zahlreiche Podestplätze errungen haben. “ Für unsere Sportler, die ja weitab von Bob- und Rodelbahnen wohnen und trainieren war dieser Winter ein weiterer Höhepunkt“ resümierte HBSV – Präsidentin Erica Fischbach aus Wiesbaden.


Mit den Rennen im lettischen Sigulda ging eine für den deutschen Verband ausgesprochen erfolgreiche nacholympische Saison zu Ende, an der hessische Athleten einen gehörigen Anteil hatten.
Kalicki im Monobob auf Platz 2
Mit einer überzeugenden Vorstellung beendete Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) die Saison im nicht so sehr geliebten Monobob. Sah es nach der ersten Abfahrt nur nach einem Platz im vorderen Mittelfeld aus änderte sich das in der letzten Abfahrt dieses Winters. Sie überflügelte mit ihrer wohl besten Saison-Leistung 4 vor ihr liegende Konkurrentinnen und ordnete sich hinter der erneut nicht zu schlagenden Kaillie Humphries (USA), die sich damit den Sieg im Gesamtweltcup sicherte, auf dem Silber-Platz ein. Dritte wurde die Chinesin Qing Ying. Kalicki schaffte es damit zum dritten Mal aufs Treppchen und beendete die Monobob Gesamtwertung auf dem 4 Platz.

Foto (Viesturs Lacis): Kalicki obere Reihe links

 

Deutscher Doppelsieg im Damen Zweierbob

Ein Kopf-an-Kopf Rennen lieferten sich die Teams Kalicki/Anabel Galander (Mitteldeutscher SC Magdeburg) und Laura Nolte (BSC Winterberg) /Neele Schuten (TV Gladbeck), ging es doch auch um den Sieg in der Gesamtwertung im Zweierbob. Die Winterbergerin übernahm mit der ersten Abfahrt ganz knapp das Kommando und musste bangen, da Kalicki in der zweiten Fuhre kämpferisch agierte. Am Ende reichte es aber mit 14/100 Sekunden Vorsprung für Nolte zum dritten Saisonsieg und damit auch zum Gewinn der Weltcup Gesamtwertung im Zweierbob. Kalicki, die lange die Führung innehatte, bezeichnete es als ein bisschen schade und ärgerlich, noch abgefangen worden zu sein, werde aber im nächsten Jahr wieder nach der Gold-Kugel greifen. Den dritten Platz belegte Humphries, die sich damit im Overall Ranking verdient den 1 Platz sicherte, mit Anschieberin Kaysha Love.

Foto (Viesturs Lacis): Kalicki ganz rechts

 

Joshua Tasche erneut auf dem Treppchen


Joshua Tasche (Eintracht Frankfurt) vollbrachte das seltene Kunststück bei seinem ersten Weltcup-Start im Zweierbob gleich auf dem Treppchen zu landen. Der 27-jährige Debütant, der 8 Tage zuvor schon im Lochner Vierer eine Bronze-Medaille eroberte, startete mit dem Nachwuchspiloten Maximilian Illmann (BRC Ilsenburg). Während der Sieg von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) //Georg Fleischhauer (SC Potsdam) sowie der zweite Rang mit Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) /Alexander Schüller (SV Halle) aufgrund der seitherigen Saisonergebnisse fast planmäßig war glich der dritte Rang für Illmann/Tasche schon einer kleinen Sensation. Entscheidend dafür war neben ihren hervorragenden Startzeiten der fast perfekte zweite Lauf mit dem sie die Briten Brad Hall/Taylor Lawrence noch überholten und mit nur 2/100 Sekunden die Silber-Medaille verpassten. Wie alle anderen Betreuer und Konkurrenten auch war Landestrainer Tim Restle von diesem Riesenerfolg der beiden überwältigt, da sie mit keinen allzu großen Hoffnungen gestartet waren. Außerdem seien sie noch nie miteinander im Zweierbob gesessen meinte ein sehr beeindruckter Restle, hätten aber bestens harmoniert und seien auf ganz hohem Niveau gefahren.

 

Weltcup-Debüt für Adam und Issam Amour


Während Anschieber Issam (Eintracht Frankfurt) bereits Weltcup-Luft schnuppern durfte war es für seinen Bruder Adam (BRC Thüringen) das erste Mal, dass er bei den „Großen“ teilnehmen konnte. Beim letzten Rennen der Saison überzeugte der junge Nachwuchspilot aus Gießen mit einem starken Auftritt. Nach bester Startzeit raste er auf Platz 2, den er sich mit Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) / Thorsten Margis (SV Halle) teilte. Leider konnten sie diese Bravourleistung im zweiten Lauf nicht ganz wiederholen, wurden von den Schweizern Michael Vogt/Sandro Michel um 5/100 Sekunden übertroffen und mussten im Endklassement mit dem vierten Platz vorliebnehmen. Mit ihrer Leistung, vor allem den starken Startzeiten, war Bundestrainer René Spieß allerdings mit dem Top-Auftritt der beiden sehr zufrieden. Gewonnen wurde das Rennen von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude), der mit 6 Weltcupsiegen im Zweier Gesamtweltcupsieger in dieser Disziplin wurde, mit Anschieber Georg Fleischhauer (SC Potsdam). Zweiter wurde Friedrich, der damit den Gesamtweltcup als Kombination von Zweier und Vierer vor Lochner und dem Briten Hall gewann.

Foto (Viesturs Lacis): von links Adam Ammour, Issam Ammour


HBSV-Präsidentin Erica Fischbach bilanzierte eine Saison mit sehr viel Sonne und nur ganz wenig Schatten. Die hessischen Bobsportlerinnen und – sportler hätten ihre Chancen hervorragend genutzt und sich bei ihren Einsätzen immer top fit gezeigt. Möglicherweise seien trotzdem nicht alle Träume in Erfüllung gegangen, aber sie werden wohl alle mit dem Gefühl in die Sommerpause gehen ihr Mög-lichstes getan zu haben. Nach der Saison ist vor der Saison und sie sei sicher, dass alle mit hohem Engagement und großer Motivation ihr Training aufnehmen.