Foto: Visturs Lacis

 „Einfach nur superglücklich“ ist die Wiesbadenerin Kim Kalicki (Foto links) nach ihrem ersten Weltcuptriumph, den sie mit ihrer Anschieberin Ann-Christin Strack in der Eisarena am Königsee feiern konnte. Nachdem sie in den seitherigen Wettbewerben dieser Saison immer auf dem Treppchen stand schaffte sie mit einem grandiosen zweiten Lauf erstmals den Sprung auf Platz 1. Nach der ersten Abfahrt lag sie in Lauerstellung auf Rang 3 hinter Stephanie Schneider/Tamara Seel (BC Bad Feilnbach) und den Amerikanerinnen Elana Meyers Taylor/Sylvia Hoffman. Während Kalicki die lange Gerade nahezu perfekt hinunter raste bandelte Schneider mehrfach, verlor so die entscheidenden Sekundenbruchteile und fiel auf Platz 2 zurück. Damit war dennoch ein Doppelsieg der deutschen Damen vor dem US-Team perfekt. „Wohl selten habe ich die Schlussphase eines Rennens so aufgeregt verfolgt wie diesen Weltcup“ freute sich HBSV Präsidentin Erica Fischbach über den Sieg der 23 – jährigen, „nach den vielen vorderen Plätzen hat es endlich auch im Weltcup für ganz oben gereicht. Eine erneute Bestätigung der guten Arbeit, die im Stützpunkt von Tim Restle geleistet wird und Ansporn für die nächsten Wochen und Monate.“ Nicht ganz zufrieden waren Mariama Jamanka (BRC Thüringen) /Vanessa Mark (TuS Wiesbaden), die sich mehr als Platz 6 vorgenommen hatten. Aber schon nach dem ersten Lauf, in dem sie keine optimale Linie fanden, fielen sie auf den 8 Platz zurück. Immerhin gelang es ihnen sich im zweiten Lauf mit der zweitbesten Laufzeit noch um 2 Plätze zu verbessern und am Ende zeitgleich mit dem US-Dou Kaillie Humphries/Lauren Gibbs den Platz zu teilen.
Mit dem neuen Monobob können sich die deutschen Damen allerdings noch immer nicht so recht anfreunden. Am besten schlug sich erneut Stephanie Schneider, die hinter den beiden Amerikanerinnen Kaillie Humphries und Elana Meyers Taylor trotz eines groben Fehlers den dritten Platz auf dem Treppchen eroberte. Nach guten Leistungen im Training leistete sich auch Kim Kalicki im zweiten Lauf einen dicken Patzer und wurde von Rang 6 auf den 10. Platz durchgereicht. Noch schlechter erging es Mariama Jamanka, die sich im Endresultat auf Platz 14 wiederfand.
Bei den Männern im Zweierbob dominierte auch auf der Hausbahn von Johannes Lochner in unnachahmlicher Manier der in dieser Saison schier unschlagbare Francesco Friedrich. Zusammen mit seinem Anschieber Thorsten Margis zauberte er mit zweimaliger Start- und Laufbestzeit unschlagbare Abfahrten in den Eiskanal. Zum wiederholten Male sorgten Lochner/Eric Franke in dieser Saison für einen deutschen Doppelsieg. Christian Hammers aus Wiesbaden war mit seinem Stammpiloten Christoph Hafer am Start und die beiden schlugen sich mit einem 7. Platz recht achtbar, was auch von Bundestrainer Rene Spieß sehr positiv bewertet wurde. Sie lagen damit nur 9/100 Sekunden hinter den Letten Oskars Melbardis/Matiss Miknis, wobei sie am Start wichtige Hundertstelsekunden liegen ließen, was sich auf der relativ kurzen Bahn am Königsee deutlich niederschlägt.
Seinen Siegeszug setzte der Sachse auch im Viererbob unangefochten fort und feierte seinen 50. Weltcupsieg. Mit Thorsten Margis, Martin Grothkopp und Alexander Schüller war das Team mit zweimal Start- und Laufbestzeit erneut nicht zu bezwingen. Ein unglückliches Ende fand das Rennen für Hafer, in dessen Team auch wieder Hammers saß. Gemeinsam mit Kevin Korona und Philipp Wobeto lagen sie nach dem ersten Lauf auf Silber-Medaillenkurs. Leider war die zweite Abfahrt aber nicht perfekt und das kostet in der engen Weltspitze vordere Ränge. So fiel die Mannschaft im Endergebnis hinter die Österreicher um Benjamin Meier und das Team von Lokalmatador Lochner zurück.
Für den Wiesbadener Stützpunkt- und Landestrainer Tim Restle ist es besonders erfreulich, dass mit Kalicki, Mark und Hammers gleich drei seiner Schützlinge für die Weltmeisterschaft in Altenberg nominiert und damit die optimistischsten Hoffnungen in Erfüllung gegangen sind.
Die am Wiesbadener Stützpunkt von Restle betreut und trainiert werdende Australierin Breeana Walker war ebenfalls in beiden Damenwettbewerben am Start. Im Monobob erkämpfte sie sich Platz 9 noch vor den beiden Deutschen Kalicki sowie Jamanka und mit ihrer Anschieberin Sarah Blizzard im Zweierbob einen zufriedenstellenden 12 Platz unter 18 Schlitten.

 

Bild: Erica Fischbach 


Ausgesprochen spannend verlief das Weltcup-Rennen der Damen im Zweier-Bob in der Natureisbahn von St. Moritz. In Abwesenheit der bis dahin im Weltcup Führenden Kim Kalicki lieferten sich im ersten Lauf 5 Teams ein Kopf an Kopf Rennen mit nur 6/100 Abstand. Die Führung hatten Mariama Jamanka (BRC Thüringen) und Vanessa Mark (Tus Eintracht Wiesbaden) (Foto links) übernommen vor dem überraschend starken Schweizer Dou Melanie Hasler/Irina Strebel, auf Platz 3 rangierten Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) /Leonie Fiebig (BSC Winterberg), die nach langer Führung im „horse shoe“ die Kontrolle über ihren Schlitten etwas verloren hatten. Auf Platz 4 fanden sich die Amerikanerinnen Elena Meyers Taylor/Sylvia Hoffmann wieder.
Dieses Klassement wurde allerdings im zweiten Lauf mächtig durcheinandergewirbelt. Nachdem das amerikanische Team eine Super-Zeit vorgelegt und die Spitze übernommen hatte packten Schneider/Fiebig noch ordentlich eins drauf und fuhren Tagesbestzeit und Bahnrekord. Weder die Schweizerinnen noch Jamanka/Mark konnten diese Leistungen übertreffen. So freuten sich Hasler/Strebel aber dennoch über ihre Bronzemedaille, während Jamanka/Mark auf den undankbaren 4. Platz zurückfielen. Eine Erklärung für den schwachen zweiten Lauf fand die Pilotin nicht so recht und wollte es auch nicht unbedingt auf den einsetzenden Schneefall zurückführen. Vanessa Mark meinte, dass sie am Königsee wieder voll angreifen werden und vor allem beim Starten noch zulegen wollen.
Ebenfalls am Start war in der Schweiz der Wiesbadener Christian Hammers im Viererbob-Team von Christoph Hafer. Gemeinsam mit Kevin Korona und Philipp Wobeto zeigten sie bei großer Konkurrenz von 20 Schlitten, unter denen sich wieder die starken Teams aus USA und Kanada befanden, eine ansprechende Leistung. Nach dem 1. Lauf auf Rang 11 liegend fingen sie noch Mannschaften aus Russland sowie Kanada ab und schoben sich auf Platz 9 nach vorne. Nicht zu schlagen war auch in diesem Rennen Francesco Friedrich mit seiner Mannschaft, die sich aus Alexander Schüller, Thorsten Margis und Martin Grothkopp zusammensetzte.
Die im Wiesbadener Stützpunkt bei Tim Restle trainierende Australierin Breena Walker fuhr mit Sarah Blizzard ein starkes Rennen und führte mit Rang 9 das Feld der Crews aus den kleineren Verbänden an. Im Monobob lief es allerdings dieses Mal nicht so gut, den mit Platz 7 blieb sie unter ihren Möglichkeiten.

Ann-Christin Strack links, Kim Kalicki rechts  Foto: Dietmar Reker

„Kim hat nahtlos an ihre tollen Leistungen aus dem Vorjahr angeknüpft“ freute sich der hessische Landestrainer Tim Restle über das hervorragende Abschneiden seines Schützlings beim Weltcup in Winterberg, bei dem als „race in race“ auch die Europa-Meisterschaft ausgefahren wurde, „obwohl ich bei dem Wackler ausgangs der Zielkurve kurz die Luft angehalten habe. Mit dem zweiten Platz können wir sehr zufrieden sein.“
Nicht zu schlagen war auf ihrer Hausbahn Laura Nolte mit ihrer Anschieberin Deborah Levi. Bereits in ersten Lauf übernahmen die beiden mit bester Start- und Laufzeit die Führung, während sich Kalicki/Ann-Christin Strack mit 14 /100 Sekunden Rückstand in Lauerstellung befanden. Dritte waren die Österreicherinnen Katrin Beierle/Jenny Onasanya knapp vor dem dritten deutschen Team Mariama Jamanka/Leonie Fiebig.
Auch im zweiten Lauf beherrschte Nolte die 14 Kurven am besten, blieb mit erneuter Start- und Laufbestzeit an der Spitze und holte Weltcup-Sieg und Europa-Meisterschaftstitel. Kalicki/Strack fielen etwas zurück, verteidigten jedoch ihren zweiten Platz und können sich über die Vize-Meisterschaft freuen. Jamanka schloss zu dem mit ihr befreundeten Dou aus Österreich auf und teilte sich mit ihnen den Bronze-Rang. Kalicki war mit dem Ergebnis zufrieden, meint jedoch, dass am Start noch eine Schippe draufgelegt werden muss. Eine Einschätzung, die auch von Bundestrainer Rene Spieß geteilt wird.
„Ein tolles Ergebnis für Kim und Ann-Kristin“ kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das EM – Silber,“ schließlich waren erstmals auch die starken Teams aus den USA und Kanada am Start und das macht den Dreifacherfolg der deutschen Damen besonders wertvoll. Dass Kim ihre Weltcup-Führung behaupten konnte ist natürlich ein weiterer Pluspunkt.“
In Winterberger Eiskanal konnten erstmals in dieser Saison auch die Vierer- Bobs an den Start gehen. Auch dieses Rennen wurde gleichzeitig als Lauf zur Europa-Meisterschaft gewertet. Wie schon bei den Zweiern wurde dieser Wettbewerb vom Team Francesco Friedrich dominiert, der mit Thorsten Margis, Candy Bauer und Alexander Schüller das Maß aller Dinge war und quasi im Vorbeigehen einen neuen Startrekord erzielte. Damit lag er in der Schlussbilanz deutlich vor dem kanadischen Team um Justin Kripps und der Crew von Benjamin Maier aus Österreich, die sich damit Silber bei der Europa-Meisterschaft sicherte.
Gar nicht in die Puschen kamen die beiden anderen deutschen Teams, die alle Chancen auf Spitzenplätze schon im ersten Lauf vergaben. Christoph Hafer mit Kevin Korona, Philipp Wobeto und dem Wiesbadener Christian Hammers konnte sich zwar nach dem ersten Lauf mit nur 1/100 Sekunde Rückstand auf das russische Team Gaitiukevich noch kleine Hoffnungen auf Platz 3 bei der EM machen fiel dann aber auf Rang 6 zurück. Nicht viele besser erging es Johannes Lochner, der gleich nach dem Start im 1. Lauf quer stand und etwas enttäuschend mit Florian Bauer, Christopher Weber und Christian Rasp nicht über Platz 5 hinauskam.

 

„Das ist wohl das erfolgreichste Jahr, das der hessische Bob- und Schlittensportverband in seiner über 75-jährigen Geschichte erlebt hat“ resümierte eine sichtlich sehr zufriedene Präsidentin Erica Fischbach, „denn in sportlicher Hinsicht hätte es kaum besser laufen können. Ich glaube, dass alle unsere Athletinnen und Athleten ihre zum Teil recht ambitionierten Ziele erreicht haben.“ Dem stimmte auch Landestrainer Tim Restle vorbehaltlos zu. Denn nach seiner Überzeugung haben alle bei ihren Leistungen konditionell kontinuierlich zugelegt und sich technisch verbessert.
So kehrten die hessischen Teilnehmer auch vom letzten Weltcup des Jahres in Igls recht zufrieden zurück.
Bei den Damen bewies Kim Kalicki ihre gute Form und belegte beim Weltcup-Wiedereinstieg von Stephanie Schneider (WSV Erzgebirge Oberwiesenthal) einen erfreulich guten 3. Platz. Nach dem ersten Lauf hatten Laura Nolte/Deborah Levi die Spitze übernommen, während sich Kalicki/Ann-Christin Strack zeitgleich mit Schneider/Leonie Fiebig Rang 2 teilten. Dann legte die Gesamtsiegerin des Vorjahres so richtig los und ließ das Duo aus Wiesbaden und Stuttgart 23/100 Sekunden hinter sich. Mit einem dicken Patzer gleich nach dem Start musste danach Nolte schnell ihre Hoffnungen auf den Sieg begraben und rutsche auf den 2. Platz zurück. Kalicki ärgerte sich etwas über den „katastrophalen“ Start beim zweiten Lauf, freute sich aber über den sechsten Podestplatz im sechsten Rennen. Bundestrainer Rene Spieß war sehr angetan vom erneuten Dreifach-Erfolg seiner Damen und sprach von einem sehr engen Konkurrenzkampf seiner Teams, bei dem Nuancen über Sieg oder Platzierung entscheiden.
Für Kalicki geht das Jahr sehr zufriedenstellend zu Ende, denn sie führt im Gesamt-Weltcup mit 820 Punkten vor der Österreicherin Katrin Beierl (778) und Melanie Hasler (726) aus der Schweiz.

Bei den Männern gab es schon nach dem ersten Lauf das gewohnte Bild, da sich Francesco Friedrich/Alexander Schüller mit neuem Bahnrekord die Führung sicherten. 33/100 Sekunden dahinter Johannes Lochner mit Anschieber Christian Rasp. Erstaunlich gut schlugen sich der erstmals im Weltcup eingesetzte Hans-Peter Hannighofer mit seinem Partner Issam Ammour (TuS Eintracht Wiesbaden), die nur ganz knapp hinter den Letten Oskars Kibermanis/Matiss Mikris auf Rang vier fuhren. Hannighofer war dabei sehr zufrieden mit seinem Weltcup-Debüt und lobte die hervorragende Leistung seines Anschiebers. Am Resultat änderte sich auch nach dem zweiten Lauf nicht viel, lediglich Lochner schwächelte etwas und musste die Letten vorbeiziehen lassen.

Im Rahmen des 3. Weltcup-Wochenendes dieser Saison in Innsbruck fand auch die Weltcup-Premiere im Monobob statt. 9 Damen aus 7 Nationen gingen in dieser Disziplin an den Start und machten zum großen Teil ganze neue Erfahrungen im Eiskanal, obwohl die meisten schon lange als Pilotinnen im Zweierbob gute Bahnkenntnisse hatten.
Ganz stark vertreten war der deutsche Verband, der alle drei derzeitigen Weltcup-Fahrerinnen an den Start brachte. Richtig gut lief es im ersten Lauf eigentlich nur für Laura Nolte. Sie fuhr mit knappem Rückstand auf Rang 2, während sich Mariama Jamanka auf 6 und Kim Kalicki auf Platz 8 im hinteren Teil des Feldes einreihten. Nolte hielt auch nach dem 2. Lauf ihren Silber-Platz bei dieser neuen olympischen Disziplin. Kalicki konnte sich mit einer soliden Leistung noch um einen Rang verbessern, aber Jamanka fiel sogar auf den 8. Platz zurück. Den dritten Platz belegte die Österreicherin Katrin Beierl und gewonnen wurde diese Premiere nicht ganz überraschend von der Australierin Breena Walker, die übrigens in der Wiesbadener Trainingsgruppe von Tim Restle betreut wird und schon einige Erfahrung im Monobob mitbringt. Während der Wettbewerb bei den deutschen Damen mit gemischten Gefühlen beurteilt wurde war Bundestrainer Rene Spieß im Wesentlichen zufrieden.
Ein ganz anderes Bild ergab sich dann bei den Damen im Zweierbob-Wettbewerb. Die Eisrinne in Igls erwies sich als wie für die deutschen Teams geschnitzt und ergab in der Endabrechnung einen Dreifach-Sieg für die deutschen Damen.
Zwölf Teams waren in das Rennen gegangen, die aber alle nicht an das Können der deutschen Damen heranreichten. Schon nach dem ersten Lauf zeichnete sich das Endergebnis ab, denn Laura Nolte/Deborah Levi verteidigten ihren Vorsprung mit zweimal Start- und Laufbestzeit souverän vor Kim Kalicki/Ann-Christin Strack, die wiederum Mariama Jamanka/Leonie Fiebig auf Rang 3 verwiesen.
Kalicki, etwas gehandicapt durch eine leichte Rückverletzung, hatte im ersten Lauf daher verhalten am Start agiert, griff aber beim zweiten wieder wie gewohnt zu.
Beim 6. Weltcup-Rennen bei den Männern im Zweierbob ging auch unter 21 Schlitten wieder Christian Hammers mit seinem Piloten Christoph Hafer an den Start. Nachdem sich die beiden im ersten Lauf auf Rang 6 platzierten konnten wurden sie im zweiten Lauf noch von den Briten Brad Hall/Greg Cackett abgefangen. An der Spitze holten sich hochmotiviert Francesco Friedrich/Thorsten Margis die Halbzeitführung vor Johannes Lochner/Christian Rasp und bauten diesen Vorsprung in der zweiten Abfahrt noch aus. Dritte wurden die Letten Kibermanis/Miknis.

 

 

Ausgesprochen spannend verlief der zweite Weltcup der Damen im lettischen Sigulda. Maßgeblich daran beteiligt waren auch Kim Kalicki und Vanessa Mark, die beide , für TuS Eintracht Wiesbaden starten. Das Rennen wurde dieses Mal noch eindeutiger von den deutschen Schlitten dominiert als beim ersten Weltcup, zumal Corona bedingt nur ein Mini-Teilnehmerfeld mit 7 Schlitten an den Start ging. „Das soll aber die Leistungen der deutschen Teams keineswegs schmälern, denn die Gegnerinnen hatten auch einiges zu bieten“ kommentierte HBSV- Präsidentin Erica Fischbach das Endresultat, „vor allem aus der Schweiz und Österreich kommen seit Jahren sehr leistungsstarke Konkurrentinnen.“

Zur Halbzeit des Rennens führten Laura Nolte/Leonie Fiebig mit 2/100 Sekunden Vorsprung vor Mariama Jamanka/Vanessa Mark und knapp dahinter Katrin Beierl/Jennifer Onasanya (Österreich) das Feld an, Kalicki fand sich auf Rang 4 wieder. Alle Schlitten lagen nur innerhalb einer halben Sekunde zusammen und das versprach einen spannenden zweiten Lauf.

Obwohl Kalicki/Ann-Christin Strack durch den Sturz eines Schweizer Teams ungewöhnlich lange auf ihren Start warten mussten bewältigten sie diese Herausforderung bravourös und übernahmen die zwischenzeitliche Führung. Diese wurde auch von den Österreicherinnen nicht geknackt so dass ein Platz auf dem Treppchen schon sicher war. Auch Jamanka schaffte es nicht ihren Vorsprung aus dem ersten Lauf zu halten und blieb mit Kalicki zeitgleich. In der letzten Abfahrt zeigten dann die beiden Führenden eine hervorragende Leistung und rasten mit 24 hundertstel Sekunden Vorsprung zum Sieg. Während Kalicki trotz des erfreulichen zweiten Platzes etwas haderte war Bundestrainer Rene Spieß mit diesem Dreifach-Erfolg seiner Damen überaus zufrieden.

Bei den Herren war Francesco Friedrich wieder einmal Maß aller Dinge. Allerdings sah es nach dem ersten Lauf gar nicht danach aus, denn er brachte mit Ach und Krach seine Fuhre ins Ziel und musste den Letten Oskars Kibermanis/Matiss Miknis auf deren Heimbahn den Vortritt lassen. Christoph Hafer mit seinem Anschieber Christian Hammers (TuS Eintracht Wiesbaden) rangierte nach einem soliden Lauf auf Rang 4 noch vor Johannes Lochner/Eric Franke auf Platz 6. Während sich Lochner im zweiten Platz noch um einen Platz nach vorne schieben konnte verteidigten Hafer/Hammers ihren 4. Rang. Sie lagen damit nur um 9/100 Sekunden hinter den Drittplatzierten Simon Friedli/ Gregory Jones aus der Schweiz. Friedrich schaffte es mit seinem Anschieber Thorsten Margis in einem wahren Husarenritt und neuem Bahnrekord sich an den Letten vorbeizuschieben und erneut Platz 1 zu erringen.

Auch Weltcup Nummer 4 in Sigulda zeigte in der Endabrechnung fast das gewohnte Bild. Friedrich, dieses Mal mit Alexander Schüller unterwegs, war erneut der alles beherrschende Dominator, ging im ersten Lauf in Führung und gab die Spitze nicht mehr ab. Wesentlich turbulenter war der Rennverlauf auf den Plätzen dahinter. Ganz überraschend wurde Platz 2 vom Schweizer Dou Michael Vogt/Sandro Michel errungen, die im zweiten Lauf noch Lochner mit Anschieber Christian Rasp auf den 3. Rang verdrängen konnten. Noch schlimmer traf es Hafer mit Issam Ammour (TuS Eintracht Wiesbaden), die sich mit der Top-Geschwindigkeit des Tages nach dem ersten Lauf große Hoffnungen auf einen Podestplatz machen konnten. Aber im zweiten Lauf fielen sie auf Rang 5 zurück, was nach Meinung von Spieß auf zu viele kleine Fehler und fehlendem Speed beim Start zurück zu führen ist.

Foto: Hafer/Hammers Bild von Team Hafer

„Eigentlich hätte es für unsere hessischen Bobsportlerinnen und – sportlern kaum besser laufen können“ kommentierte eine rundum zufriedene HBSV-Präsidentin Erica Fischbach den Weltcup-Start im lettischen Sigulda, „ besonders unsere Damen haben sich hervorragend geschlagen und wir hoffen natürlich auf weitere Paukenschläge in dieser Saison.“
Obwohl die starken Teams aus Nord-Amerika Corona bedingt nicht am Start sein konnten war es doch ein sehr erlesenes Teilnehmerfeld sowohl bei den Frauen als auch den Männern.
Strahlende Siegerin beim Frauenwettbewerb im Zweierbob war Mariama Jamanka, die zusammen mit ihrer Anschieberin Vanessa Mark (Wiesbaden) mit zweimal Laufbestzeit ganz nach oben aufs Podium fuhr. Noch mehr freute sich Mark( im Bild hinten), die gleich beim Saisonstart ihren ersten Weltcup-Sieg feiern konnte.
Feiern konnte auch Kim Kalicki (Wiesbaden) mit ihrer Anschieberin Anabel Galander, die ihren ersten Weltcupeinsatz hatte. Für Kalicki war es erst der dritte Start bei einem Weltcuprennen, wobei sie mit ihrem Abschneiden auf Platz 3 recht zufrieden war. Mit einem noch besseren Start und einer ähnlich guten Abfahrt wie im zweiten Lauf könne sogar noch ein bisschen mehr drin sein, meinte sie selbstkritisch.
Ein deutscher Doppelsieg wie bei den Männern wurde vom österreichischen Team Katrin Beierl/Jennifer Onasanya verhindert.
Nach dem ersten Lauf der Männer im Zweierbob lagen Christoph Hafer/Christian Hammers noch auf einem Podiumsplatz konnten allerdings diese gute Platzierung durch einen etwas verkorksten zweiten Lauf nicht halten und wurden in der Endabrechnung noch knapp mit 9/100 Sekunden Rückstand von den Schweizern Michael Vogt/Sandro Michel abgefangen, die gegenüber ihren Trainingsleistungen 1 Sekunde zugelegt hatten. Gewonnen wurde das Rennen von Francesco Friedrich/Thorsten Margis, die mit einer Top-Startzeit die zunächst führenden Johannes Lochner/Christian Rasp noch überflügeln konnten.
Ein identisches Bild mit leicht abgewandelter Personenbesetzung ergab sich beim 2. Weltcup, der an gleicher Stelle ausgetragen wurde. Dieses Mal saß Issam Ammour (Wiesbaden) bei Hafer im Schlitten und die beiden überraschten mit einem couragierten Auftreten. Trotz eines sehr starken zweiten Laufes reichte es jedoch erneut nicht für einen Platz auf dem Treppchen, der ihnen von Vogt/Michel weg geschnappt wurde. Nicht zu schlagen war Friedrich, der dieses Mal den jungen Anschieber Alexander Schüller an Bord hatte, mit zweimaliger Laufbestzeit. Deutlich als am Vortag geschlagen geben musste sich Lochner mit seinem neuen Anschieber Eric Franke.


Foto: BSD

 

 

 

In der Lotto Bayern Eisarena am Königssee starteten die deutschen Bob-Teams ihr letztes Selektionsrennen, das zugleich als Deutsche Meisterschaften gewertet wurde. Unter den Augen von Landestrainer Tim Restle bewiesen die hessischen Athleten erneut ihre gute Form: „ An die seitherigen guten Leistungen in der noch jungen Saison wurde nahtlos angeknüpft und folgerichtig mit hervorragenden Plätzen belohnt. Leider hatte Ammour etwas Pech, da sich sein Pilot im ersten Lauf beim Zweier verletzte und daher auch im Vierer nicht an den Start gehen konnte.“
Im Zweierbob der Männer sah es zunächst nach einem spannenden Dreikampf zwischen Christoph Hafer, Hans-Peter Hannighofer und Richard Oelsner aus: Nach dem ersten Lauf lagen die drei nur 0,08 Sekunden auseinander –an der Spitze Hafer mit Christian Hammers (auf dem Foto links) als Anschieber, Hannighofer und Marcel Kornhardt sowie Oelsner und Issam Ammour. In der zweiten Abfahrt ließen die Führenden nichts mehr anbrennen, sicherten sich mit 0,17 Sekunden Vorsprung den Deutschen Meistertitel und bestätigten damit auf ihrer Hausbahn ihre Favoritenrolle.
Deutsche Vizemeister wurden Hannighofer/Kornhardt, auf Rang drei platzierten sich die Nachwuchssportler Philipp Zielasko und Alexander Rödiger. Oelsner fiel aufgrund einer Verletzung, die er sich im ersten Lauf zugezogen hatte und demzufolge im zweiten sehr gehandicapt war, auf den fünften Rang zurück, da er auch noch von Max Illmann/Philipp Wobeto abgefangen wurde.
Bei den Frauen verlief die Meisterschaft mit dem erwarteten Kopf-an-Kopfrennen zwischen Laura Nolte, Kim Kalicki, Mariama Jamanka und Stephanie Schneider. Nach der ersten Abfahrt lag Nolte nur eine 1/100 Sekunde vor Kalicki, dahinter Schneider und Jamanka. Und in genau dieser Reihenfolge beendeten die Frauen schließlich auch ihr letztes Selektionsrennen. Laura Nolte/Deborah Levi verteidigten somit erfolgreich ihren Meistertitel vom Vorjahr und gewannen mit zweimal bester Start- und Laufbestzeit.
Deutsche Vizemeisterinnen wurden mit 12/100 Sekunden Rückstand Kim Kalicki und Ann-Christin Strack, auf Platz drei fuhren Stephanie Schneider und Leonie Fiebig und dahinter platzierten sich Mariama Jamanka und Annika Drazek. Insgesamt sprach Bundestrainer Rene Spieß von einem sehr hohen Niveau bei den Frauen.

Einen Tag später verteidigte Hafer (BC Bad Feilnbach) seinen Meistertitel vom Vorjahr und holte sich auch den Sieg im Vierer. Er entschied mit seinen Anschiebern Hammers (TuS Eintracht Wiesbaden), Lukas Frytz (BRC Ohlstadt) und Kevin Korona (Mitteldeutscher SC Magdeburg) beide Läufe für sich. Damit verwies er die Nachwuchspiloten Max Illmann (BSC Sachsen Oberbärenburg), der sich im zweiten Lauf noch von Rang 4 nach vorne schieben konnte und Jonas Jannusch (BRC Thüringen) auf die Plätze.
Nachdem die Entscheidungen gefallen waren verkündigte Spieß den Kader, der für die ersten Weltcuprennen in Sigulda und Igls vorgesehen ist. Gesetzt waren zu diesem Zeitpunkt nur Doppelolympiasieger und Doppelweltmeister Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) und Doppel-Vizeweltmeister Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude).
Im Zweierbob der Frauen wurde neben Vize-Weltmeisterin Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) die Deutsche Meisterin Laura Nolte (BSC Winterberg) nominiert. Olympiasiegerin Mariama Jamanka (BRC Thüringen) startet ebenfalls bei den ersten beiden Weltcup-Rennen in Sigulda und dem ersten Rennen in Innsbruck. Das zweite Weltcup-Rennen in Innsbruck wird Stephanie Schneider (BSC Sachsen Oberbärenburg) bestreiten.
Bei den Männern geht neben Friedrich und Lochner auch Christoph Hafer (BC Bad Feilnbach) in Sigulda und beim ersten Weltcupwochenende in Innsbruck an den Start. Am zweiten Innsbrucker Weltcupwochenende stößt zu den Gesetzten das Team von Hans-Peter Hannighofer (BRC Thüringen). Das gleich 4 Hessen für die ersten Weltcups vorgesehen ist bezeichnet HBSVB-Präsidentin Erica Fischbach als vorweg bekommenes Weihnachtsgeschenk. Sie kommentierte: „ Bei der Leistungsdichte in der Spitze bei den Damen war ja selbst die Nominierung von Kim keine Selbstläufer, aber unsere leisen Hoffnungen haben sich erfüllt. Ganz toll ist die Doppel-Meisterschaft natürlich für Christian. Er sollte damit wohl endgültig den Durchbruch geschafft haben und hat mit Hafer anscheinend den idealen Piloten gefunden. Issam hat erfreulicherweise nahtlos an die guten Leistungen des Vorjahres angeknüpft und ist verdientermaßen wieder dabei. Aber ein echter Knaller und da freue ich mich wirklich ganz besonders ist, das Vanessa Mark wieder in den Blickpunkt von Bundestrainer Spieß gerückt ist und nun hoffentlich weitere Rennen im Weltcup bestreiten darf“.

 

Bild: BSD Hans Bittner

 

 

„Wenn ich mir die guten Ergebnisse unserer Sportlerinnen und Sportler anschaue, dann haben wir wohl im Sommertraining nicht allzu viel verkehrt gemacht“ resümierte ein sichtlich zufriedener Landestrainer Tim Restle, “eigentlich haben alle ihre Vorgaben fast perfekt erreicht und unsere Erwartungen mehr als erfüllt.“
Unter strengen Corona-Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen absolvierten die deutschen Bobathleten in der Winterberger VELTINS-EisArena ihr erstes Selektionsrennen, um Leistungsgrundlagen zur Kaderbildung für die kommende Weltcupsaison zu schaffen. Bei den Männer lieferten sich im Zweier Hans-Peter Hannighofer (BRC Thüringen) und Anschieber Marcel Kornhardt (ESC Erfurt) mit dem Team Richard Oelsner (BSC Sachsen Oberbärenburg)/Issam Ammour (TuS Eintracht Wiesbaden) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach dem ersten Lauf noch zeitgleich legte in der zweiten Abfahrt Hannighofer am Start nochmals ordentlich zu und siegte mit 2/1oo Sekunden Vorsprung vor Oelsner. Den dritten Rang belegte Christoph Hafer (BC Bad Fellnbach) mit Christian Hammers (TuS Eintracht Wiesbaden) vor Nachwuchspilot Philipp Zielasko (BRC Thüringen).
Noch spannender Verlief die Selektion bei den Frauen. Nach dem ersten Lauf lagen nur 4/1oo Sekunden zwischen den Führenden Stephanie Schneider (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal)/Leonie Fiebig (BSC Winterberg) und Kim Kalicki(TuS Eintracht Wiesbaden)Ann-Christin Strack (BC Stuttgart Solitude) auf Platz 3. Im zweiten Lauf fuhren Mariama Jamanka (BRC Thüringen)/Deborah Levi (SC Potsdam) mit der besten Tageslaufzeit von Rang 2 an die Spitze. 2/100 Sekunden dahinter landete Schneider vor Kalicki. Rang 4 und 5 belegten die Winterbergerinnen Laura Nolte und Anna Köhler. Nach Meinung von Bundestrainer Rene Spieß hat Kalicki mit Schwächen am Start eine noch bessere Platzierung verpasst.
Bei der Vierer-Entscheidung überzeugte das Team Oelsner, Christian Jagusch (Mitteldeutscher SC), Ammour und Costa Laurenz (TuS Eintracht Wiesbaden). Bereits nach dem ersten Lauf lagen sie in Führung und verteidigten ihren Vorsprung vor Hafer mit seinen Anschiebern Hammers, Lukas Frytz (BRC Ohlstadt) und Michael Salzer (BC Stuttgart Solitude) und den Dritten Zielasko, Eric Bruckert, Alexander Rödiger (beide BRC Thüringen) und Joshua Kossmann (BRC Hallenberg).
Ihren zweiten Qualifikationswettkampf trugen die Bobsportlerinnen und -sportler. im ENSO Eiskanal in Altenberg aus. Im Zweierbob dominierte Lokalmatador Oelsner mit Anschieber Ammour das Rennen. Mit zweimal Start- und Laufbestzeit setzten sich die beiden unangefochten an die Spitze. Zweite wurden Hannighofer/ Kornhardt mit 0,13 Sekunden Rückstand. Auf Platz 3 schob sich die Mannschaft Hafer/Hammers.
Die Damen-Ausscheidung wurde im Olympia- und Weltmeisterschaftsmodus mit 4 Rennen an 2 Tagen ausgetragen. Nach dem ersten Tag lagen Jamanka/Annika Drazek (TV Gladbeck), Nolte/Levi und Kalicki/Strack überraschenderweise genau zeitgleich an der Spitze, wobei Nolte zweimal die beste Startzeit hinlegte. Am zweiten Tag übernahm nach dem ersten Lauf Jamanka die alleinige Führung vor Kalicki und Nolte, musste diese nach einem Fahrfehler in der zweiten Abfahrt jedoch an Kalicki abgeben, die eine sehr sauberer Fuhre ins Ziel brachte. Zweite wurden die Topstarterinnen Nolte/Levi.
Im Vierer wiederum erfolgte die Selektion über 2 Rennen an einem Tag. Hier zeigten sich Oelsner/Jagusch(Ammour/Laurenz in blendender Form und lagen am Ende mit 0,17 Sekunden vor Hafer/Hammers/Frytz/Kevin Korona (Mitteldeutscher Sportclub) sowie 0,50 Sekunden vor Jannusch (BRC Thüringen)/Christian Ebert (Mitteldeutscher SC)/Christopher Koch/Bastian Heber (BRC Thüringen).
HBSV Präsidentin Erica Fischbach war natürlich von den Leistungen der hessischen Athletinnen und Athleten sehr angetan und will bei den nun anstehenden Entscheidungen kräftig die Daumen drücken, damit das derzeitige Leistungshoch lange anhält und auch das notwendige Quäntchen Glück nicht fehlt.

Da der erste ZLT in Corona-Zeiten unter besonderen Rahmenbedingungen stattfand reiste die Wiesbadener Trainingsgruppe der hessischen Bobsportler bereits einige Tage vorher nach Oberhof und musste einschließlich der Betreuer einen Corona-Test absolvieren. Erst nach diesen negativen Testergebnissen stand einem Start nichts mehr im Wege. Wie Landestrainer Tim Restle resümierte, hatten sich alle Athletinnen und Athleten gewissenhaft vorbereitet und wurden mit einem erfolgreichen Abschneiden belohnt.
Überraschend stark präsentierte sich bei seinem Piloten-Debüt Adam Ammour, der nur vom Doppelweltmeister Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) zu bezwingen war. Er verbesserte seine Bestzeit um 1/10 Sekunde und lag nur um einen Wimpernschlag hinter dem 11 Jahre älteren Routinier. Bei den Anschiebern lieferten sich Issam Ammour, Paul Krenz (Mitteldeutscher Sportclub) und Alexander Schüller (BSC Sachsen Oberbärenburg) einen packenden Dreikampf. Ammour konnte sein starkes Ergebnis vom Vorjahr bestätigen und belegte im Seitenanschub Platz 2 und im Bremserwettbewerb Rang 3. Knapp am Podest vorbei schob hingegen Costa Laurenz, dem nur eine Hundertstelsekunde auf einen Podestplatz in der Viererposition fehlte.
Medaillen gab es auch im Frauenbereich zu feiern, denn hier konnte Maureen Zimmer in der Pilotenkonkurrenz mit neuer persönlicher Bestzeit einen starken 2. Platz einfahren. Im Anschluss gelang ihr mit Platz 3 im Monobob der Frauen ein weiteres gutes Ergebnis. Nicht zu schlagen war in beiden Wettbewerben Lisa Buckwitz (SC Potsdam/WSV Königsee).
Vanessa Mark übertraf mit ihrem Auftritt die in sie gesetzten Erwartungen bei den Anschieberinnen. Mit einer deutlichen Leistungsverbesserung von über einer zehntel Sekunde belegte sie bei einer hochklassigen Konkurrenz Rang 5. Etwas überraschend wurde dieser Wettbewerb von Deborah Levi (BSC Winterberg) gewonnen.
„Der ZLT ist ein wichtiger Test, damit sich unsere Sportlerinnen und Sportler hinsichtlich ihres Leistungsstandes im deutschen Verband einordnen können“ meinte HBSV-Präsidentin Erica Fischbach, „ er gibt wichtige Hinweise, wo im Training noch Optimierungsbedarf zum Herauskitzeln von Reserven besteht und die Aussichten auf eine vordere Kadereinteilung verbessert werden können.“


Foto (Tim Restle) von links: Adam Ammour, Vanessa Mark, Maureen Zimmer, Christian Hammers, vorne Issam Ammour

Durch die Mitgliedschaft der Australierin Breeana Walker beim TuS Eintracht Wiesbaden erhält das Wiesbadener Trainingszentrum der hessischen Bobsportler internationalen Flair. Die ehemalige 400 m Hürdenläuferin hat vor wenigen  Jahren in das Bobfahren hineingeschnuppert und sich seit 2016 mit Leib und Seele diesem rasanten Sport verschrieben. Ihr früherer Trainer Peter Fortune brachte sie damals auf die Idee, es mal mit einer anderen Sportart zu versuchen und so nahm sie die Einladung des australischen Bobverbandes zur Teilnahme an einem Schnupper-Camp an.  Damit begann für Walker eine neue sportliche Laufbahn, die in anspruchsvollen  Ausbildungszeiten im kanadischen Whistler erst einmal hohe Anforderungen bereithielten. Ihre erste komplette Saison fuhr sie 2017/18, schaffte es aber nicht auf Grund fehlender physischer Standards zur Nominierung für die olympischen Spiele in  Pyeong Chang. Ein Umstand, der sie heute noch etwas ärgert und sie zu noch größerem gezielten Trainingsaufwand trieb. Als Lebensgefährtin des Wiesbadener Anschiebers Christian Hammers trainiert sie seit 2018 während ihres Aufenthaltes in Europa unter den Fittichen des hessischen Landestrainers Tim Restle im hessischen Landesstützpunkt mit.  Corona-bedingt verlegte die 27 – jährige nach der letzten Saison dann ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland und hat nun mit Hammers die erste gemeinsame Wohnung bezogen. Mit Unterstützung des Wiesbadener Vereins und der Mithilfe des hessischen Verbandes durch Präsidentin Erica Fischbach, die sehr große Stücke auf das hohe Engagement der Australierin hält, soll nun 2020 das Jahr  des internationalen Durchbruchs für Walker werde, die ihren 14.Platz bei der WM in Altenberg unbedingt übertreffen will.  Zusammen mit ihren Anschieberinnen Stefanie Preiksa und Sarah Blizzard, die sich in Australien vorbereiten, wird ab Oktober die nächste Saison in Angriff genommen. Durch den neuen Monobob sieht sie große Chancen auch für kleinere Verbände sich vorne zu platzieren. In der vergangenen Saison war „ Bree“, wie sie allgemein genannt wird, bereits je zwei Mal in Lillehammer und La Plagne in dieser Disziplin siegreich.  Traum und Fernziel ist es, bei der Olympiade 2022 in Peking für Australien an den Start zu gehen. Dank ihres umgestellten Trainingspensums unter Betreuung und Anleitung durch Restle fühlt sie sich fit wie nie und strotzt vor Optimismus, da sie sich durch die vielfältige Unterstützung von Verein, australischem Verband sowie zahlreicher Partner und Sponsoren aus Deutschland voll auf ihren Sport fokussieren kann.

Bild: Tim Restle