Mit den Rennen im lettischen Sigulda ging eine für den deutschen Verband ausgesprochen erfolgreiche nacholympische Saison zu Ende, an der hessische Athleten einen gehörigen Anteil hatten.
Kalicki im Monobob auf Platz 2
Mit einer überzeugenden Vorstellung beendete Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) die Saison im nicht so sehr geliebten Monobob. Sah es nach der ersten Abfahrt nur nach einem Platz im vorderen Mittelfeld aus änderte sich das in der letzten Abfahrt dieses Winters. Sie überflügelte mit ihrer wohl besten Saison-Leistung 4 vor ihr liegende Konkurrentinnen und ordnete sich hinter der erneut nicht zu schlagenden Kaillie Humphries (USA), die sich damit den Sieg im Gesamtweltcup sicherte, auf dem Silber-Platz ein. Dritte wurde die Chinesin Qing Ying. Kalicki schaffte es damit zum dritten Mal aufs Treppchen und beendete die Monobob Gesamtwertung auf dem 4 Platz.

Foto (Viesturs Lacis): Kalicki obere Reihe links

 

Deutscher Doppelsieg im Damen Zweierbob

Ein Kopf-an-Kopf Rennen lieferten sich die Teams Kalicki/Anabel Galander (Mitteldeutscher SC Magdeburg) und Laura Nolte (BSC Winterberg) /Neele Schuten (TV Gladbeck), ging es doch auch um den Sieg in der Gesamtwertung im Zweierbob. Die Winterbergerin übernahm mit der ersten Abfahrt ganz knapp das Kommando und musste bangen, da Kalicki in der zweiten Fuhre kämpferisch agierte. Am Ende reichte es aber mit 14/100 Sekunden Vorsprung für Nolte zum dritten Saisonsieg und damit auch zum Gewinn der Weltcup Gesamtwertung im Zweierbob. Kalicki, die lange die Führung innehatte, bezeichnete es als ein bisschen schade und ärgerlich, noch abgefangen worden zu sein, werde aber im nächsten Jahr wieder nach der Gold-Kugel greifen. Den dritten Platz belegte Humphries, die sich damit im Overall Ranking verdient den 1 Platz sicherte, mit Anschieberin Kaysha Love.

Foto (Viesturs Lacis): Kalicki ganz rechts

 

Joshua Tasche erneut auf dem Treppchen


Joshua Tasche (Eintracht Frankfurt) vollbrachte das seltene Kunststück bei seinem ersten Weltcup-Start im Zweierbob gleich auf dem Treppchen zu landen. Der 27-jährige Debütant, der 8 Tage zuvor schon im Lochner Vierer eine Bronze-Medaille eroberte, startete mit dem Nachwuchspiloten Maximilian Illmann (BRC Ilsenburg). Während der Sieg von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) //Georg Fleischhauer (SC Potsdam) sowie der zweite Rang mit Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) /Alexander Schüller (SV Halle) aufgrund der seitherigen Saisonergebnisse fast planmäßig war glich der dritte Rang für Illmann/Tasche schon einer kleinen Sensation. Entscheidend dafür war neben ihren hervorragenden Startzeiten der fast perfekte zweite Lauf mit dem sie die Briten Brad Hall/Taylor Lawrence noch überholten und mit nur 2/100 Sekunden die Silber-Medaille verpassten. Wie alle anderen Betreuer und Konkurrenten auch war Landestrainer Tim Restle von diesem Riesenerfolg der beiden überwältigt, da sie mit keinen allzu großen Hoffnungen gestartet waren. Außerdem seien sie noch nie miteinander im Zweierbob gesessen meinte ein sehr beeindruckter Restle, hätten aber bestens harmoniert und seien auf ganz hohem Niveau gefahren.

 

Weltcup-Debüt für Adam und Issam Amour


Während Anschieber Issam (Eintracht Frankfurt) bereits Weltcup-Luft schnuppern durfte war es für seinen Bruder Adam (BRC Thüringen) das erste Mal, dass er bei den „Großen“ teilnehmen konnte. Beim letzten Rennen der Saison überzeugte der junge Nachwuchspilot aus Gießen mit einem starken Auftritt. Nach bester Startzeit raste er auf Platz 2, den er sich mit Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) / Thorsten Margis (SV Halle) teilte. Leider konnten sie diese Bravourleistung im zweiten Lauf nicht ganz wiederholen, wurden von den Schweizern Michael Vogt/Sandro Michel um 5/100 Sekunden übertroffen und mussten im Endklassement mit dem vierten Platz vorliebnehmen. Mit ihrer Leistung, vor allem den starken Startzeiten, war Bundestrainer René Spieß allerdings mit dem Top-Auftritt der beiden sehr zufrieden. Gewonnen wurde das Rennen von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude), der mit 6 Weltcupsiegen im Zweier Gesamtweltcupsieger in dieser Disziplin wurde, mit Anschieber Georg Fleischhauer (SC Potsdam). Zweiter wurde Friedrich, der damit den Gesamtweltcup als Kombination von Zweier und Vierer vor Lochner und dem Briten Hall gewann.

Foto (Viesturs Lacis): von links Adam Ammour, Issam Ammour


HBSV-Präsidentin Erica Fischbach bilanzierte eine Saison mit sehr viel Sonne und nur ganz wenig Schatten. Die hessischen Bobsportlerinnen und – sportler hätten ihre Chancen hervorragend genutzt und sich bei ihren Einsätzen immer top fit gezeigt. Möglicherweise seien trotzdem nicht alle Träume in Erfüllung gegangen, aber sie werden wohl alle mit dem Gefühl in die Sommerpause gehen ihr Mög-lichstes getan zu haben. Nach der Saison ist vor der Saison und sie sei sicher, dass alle mit hohem Engagement und großer Motivation ihr Training aufnehmen.