Nachdem die seitherige Bobkarriere von Malte Schwenzfeier (TuS Eintracht Wiesbaden) einen geradezu kometenhaften Aufstieg genommen hat wurde sie nun mit der Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Altenberg als Sahnehäubchen gekrönt. Der ehemalige Footballspieler, der erst vor etwas mehr als einem Jahr mit dem Bobsport begonnen hat, war eigentlich noch gar nicht für den A-Kader des deutschen Verbandes geplant und sollte nach Meinung von Landestrainer Tim Restle behutsam aufgebaut werden. Dann aber wurde Schwenzfeier auf Grund seiner konstant starken Leistungen als Anschieber  vom Ersatzmann und „ Notnagel“ zu einem festen Bestandteil des deutschen Aufgebotes.
Nach seinem Junioren-Weltmeistertitel mit Richard Oelsner (BSC Sachsen Oberbärenburg) starteten die beiden als viertes deutsches Team auch im Osterzgebirge. Nach dem ersten Tag lagen bei 27 Startern alle deutschen Bobs vorn, angeführt von Francesco Friedrich/Thorsten Margis - die am Ende mit vier Mal Laufbestzeit hoch überlegen Weltmeister wurden -  und danach Nico Walther, Johannes Lochner und auf Rang 4 Oelsner.  Dabei profitierte Oelsner von einem sehr guten 1. Lauf, den er auf Rang 3 beendete, dieses Ergebnis aber nicht wiederholen konnte. Am zweiten Tag attackierte die lettische Mannschaft Oskars Kibermanis/Matiss Miknis heftig und  schob sich in die deutsche Phalanx vor die Junioren-Weltmeister.  Vor dem letzten Lauf lagen 3 Teams im Kampf um die Bronze-Medaille nur 14/100 Sekunden auseinander. Widrige Wetterverhältnisse und leichte Fahrfehler vermasselten dann allerdings den 4. Lauf total und Oelsner meinte zu dem abschließenden 5. Platz selbstkritisch: „ Meine eigene Schuld, denn ich hatte es in der Hand eine Medaille zu holen. Malte hat seine Möglichkeiten ausgeschöpft.“ Ein bisschen fehlte  wohl auch die Erfahrung und  letztlich ist der 5. Platz bei dieser hochkarätig besetzten WM für die beiden jungen Athleten ein toller Erfolg kommentierte HBSV Präsidentin Erica Fischbach das Ergebnis.  Johannes Lochner/Christopher Weber  retteten in der Endabrechnung die Silber-Medaille knapp vor den Letten, während Nico Walther/Eric Franke mit dem undankbaren 4. Platz vorlieb nehmen mussten. 

Foto: Viesturs + Lacis